Shuttleworth: Microsoft ist „keine Gefahr für Linux“
Donnerstag, 23 August 2007 10:39 von Bernd Kling
Der Astronaut und Initiator der Linux-Distribution Ubuntu hat nachgedacht über das verkommene Patentsystem und die Patenttrolle. Und meint, auch Microsoft müsse sich dem Kampf gegen die Software-Patente anschließen.
In seinem Blog schrieb Mark Shuttleworth bereits vor einiger Zeit, er sei für Patente im allgemeinen, nicht aber für Patente, die für Software oder Geschäftsmethoden vergeben werden. Und er sei sich ganz sicher, dass sich auch Microsoft innerhalb der nächsten Jahre gegen Software-Patente wenden werde.
Warum? Weil Microsoft gar nicht anders kann, als jährlich neue Software auszuliefern. Und Software-Patente sind wie Landminen, auf die sie dabei regelmäßig treten werden. Zugleich ist Microsoft durch seine gut gefüllten Geldspeicher ein lohnendes Ziel für Patentklagen. Bereits heute muss die Firma gewaltige Summen für außergerichtliche Einigungen hinlegen.
Wenn Microsoft einen Patentkrieg beginne, könnten sie ihn nur verlieren. Und die kühleren Köpfe in Redmond wüssten das auch. Die reale Bedrohung durch Software-Patente betrifft Freie Software ebenso wie die proprietäre Software aus dem Hause Microsoft.
Es gebe drei Säulen der geistigen Eigentumsrechte: Urheberrecht, Schutzmarken und Patente. SCO habe einen Angriff über das Urheberrecht versucht, das sei praktisch abgehakt. Linus und andere hätten zudem das Richtige getan und Marken wie „Linux“ rechtzeitig geschützt.
Zu Patentklagen gegen Linux werde es sicher kommen. Aber eben nicht von Seiten Microsofts, die sich diese Front nicht leisten könnten, sondern von Patentinhabern, die selbst gar nicht im Bereich Software tätig sind.
Stichwort Patenttrolle also. Aber auch die seien nicht das wirkliche Problem. Die folgten nur den gesetzlichen Regeln und versuchten, für sich das Beste aus einem schlechten System zu machen. Es gehe daher darum, das Patentsystem zu reformieren. Es müsse ein Konsens in der Branche – einschließlich Microsoft, auch wenn es für die vielleicht noch ein wenig zu früh sei – entstehen, dass Software-Patente ganz einfach schlecht für die Gesellschaft sind.
(Nick Farrell/bk)

Kommentare
Linus hat sich Linux aber nicht registrieren lassen, das haben andre gemacht, und ihm dann die Rechte gegeben afair.
Die Frage ist jetzt: wie findet man heraus, ob bei ClosedSource Patente verletzt wurden?
Dies sollte bei OpenSource wesentlich einfacher möglich sein >> Vorteil für M$
@MrBusty
Das ist überhaupt nicht schwer. Patente beziehen sich nicht auf bestimmten Quellcode, sondern auf die Implementierung. Wenn z.B. jemand den OK- Knopf “erfunden” hat, müssen alle anderen zahlen.
Ich frage mich wie viele langjährige Linux-User auf ein anderes Betriebssystem umsteigen, weil sie unzufrieden sind…
“Ich frage mich wie viele langjährige Linux-User auf ein anderes Betriebssystem umsteigen, weil sie unzufrieden sind…”
Und was hat das jetzt mit dem Thema zu tun? Ich bin als langjähriger Linuxnutzer jedenfalls alles andere als unzufrieden. Patenttrolle sind schließlich nur eben das – Trolle! Ansonsten wäre z.B. längst eine Auflistung der angeblich durch den Linux-Kernel verletzten Microsoft-Patente veröffentlicht worden.
Microsoft ist keine Gefahr für Linux, da die Linux-User nicht verloren gehen. Wer einmal einer ist, bleibt einer.
Zumindest kenne ich zwei Ex-Linuxer, die mindestens ein Jahr damit rumgemacht haben und nun wieder bei MS sind.
@CAPTCHAisKACK: Mit “langjährig” ist IMHO auch etwas anderes als “fast ein Jahr” gemeint …
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