Liechtensteiner Datendealer
Montag, 25 Februar 2008 9:29 von Bernd Kling
Er sollte den Papierkram der Liechtensteiner Bank LGT digitalisieren. Und verkaufte die Daten an Deutschland, USA, Großbritannien, Kanada, Australien sowie Frankreich.
Der 42-jährige Liechtensteiner wird in den Medien mal H. K., Heinrich K. Oder Heinrich Kieber genannt. Inzwischen soll er über zwei neue Pässe verfügen, beschafft vom Bundesnachrichtendienst, die auf andere Namen lauten.
Kontakt zum BND nahm er per E-Mail auf. Er gab sich zunächst als eine Frau aus und nannte einen falschen Namen. Probedaten bewiesen den Ermittlern, dass sie ihr Geld wert waren.
Er wurde reich mit seinen Deals und könnte sich dabei zugleich rühmen, der (Steuer-) Gerechtigkeit gedient zu haben. 4,2 Millionen Euro zahlte Deutschland und bekam dafür auch eine superreiche Ausbeute an Steuerflüchtigen geliefert. England wollte die Daten vor zwei Jahren gar nicht haben, ließ sich nach den deutschen Erfolgsmeldungen aber doch noch überreden. 100.000 Britische Pfund für eine kleinere Liste sollen dem britischen Fiskus rund 100 Millionen Pfund einbringen.
Inzwischen sind die Ermittler an die Daten einer zweiten Liechtensteiner Bank gekommen, und die fürstlichen Steuerfluchthelfer um Erbprinz Alois schlagen lautstark Alarm, ihr Fürstentum werde dem Erdboden gleichgemacht. Das „Liechtensteiner Vaterland“ (was eine Zeitung ist), sieht eben dieses „an den internationalen Pranger gestellt“. Der Vorwurf einer „modernen Form des Raubrittertums“ bringe „die Volksseele in Rage“. Der „politisch-mediale Großangriff aus Deutschland“ lasse die meisten Liechtensteinerinnen und Liechtensteiner „zu Herzblut-Patrioten erstarken“.
Zu ähnlichen Aufwallungen erstarken sich inzwischen auch die Schweizer. Die Schweizer Bildzeitung Blick titelt: „Deutschland redet von Lichtenstein – und meint die Schweiz“ (falsche Schreibweise übrigens in der Originalschlagzeile, verständlich bei so viel patriotischer Erregung). Die Karikatur darunter zeigt einen riesigen grauen Adler, der sich in ein niedliches Fürstentum gekrallt hat und zugleich gierig die Schweizer Geldspeicher beäugt: „Angriff – Der deutsche Adler hat dank des BND die Festung Liechtenstein geknackt.“
Wie die Schlapphüte vom BND das Fürstentum geknackt haben, weiß der Schweizer SonntagsBlick ganz genau, nämlich „mit teilweise recht brutalen Methoden“. Mindestens sechs Liechtensteiner Angestellte von Finanzinstituten seien angegraben worden. Zwei voneinander unabhängige Quellen hätten dem Blatt geflüstert von einem pädophilen Banker, der sei erpresst worden und „mit Hilfe von Profis aus dem einschlägigen Milieu in eine Falle gelockt“, nämlich ein Hotelzimmer mit versteckten Kameras und Mikrofonen. Und mit diesen Aufnahmen sei es ganz leicht gewesen, weitere Daten von deutschen Steuerflüchtigen zu bekommen.
(bk)

Kommentare
Oh nein! Wir sollten die Liechtensteiner und Schweizer nicht verärgern! Die greifen uns noch an und überrennen uns! T__T
…
LOL.
Scheiß auf Liechtenstein und Schweiz. Wenn die fettärschigen Bonzen bei der Steuerhinterziehung helfen, hab ich da kein Mitleid. Dann soll der Sauhaufen eben ein sauberes Geschäftsmodell verfolgen.
Wird Zeit, dass da mal wer den Saustall ausmistet. Wenn es die Liechtensteiner und Schweizer nicht können oder wollen, machts der BND eben selbst.
Vollkommen legitim. Für Auslandsaufklärung ist der BND da. Nicht dafür im Inland rumzuschnüffeln.
Mossad und CIA haben da weitaus fragwürdigere Dinge gemacht.
es hat ja keiner was dagegen wenn einer sein in D verdienstes und versteuertes Geld nach Lichtenstein schafft.
Aber hier die Kohle machen und ohne Steuern flüchten das ist der Knackpunkt.
*du armer Mensch, was ist dir bloß wiederfahren, dass es dir hier so fies den dummen Proll rausschiebt*
-e
Wieso sollte jemand versteuertes Geld nach Lichtenstein schaffen???
Deshalb ja auch die ganze Aufregung bei den Einheimischen.
Und das den Schweizern der Arsch auf Grundeis geht, liegt ja nur daran, dass die die kriminellen fetten Geldsäcke aus DE aktiv bei ihren Schweinereien unterstütz haben. Die eigentlich empörten sollten die einfachen deutschen Steuerzahler sein, sowohl über die Steuerhinterzieher, als auch über deren ausländische Gehilfenbande.
Finds witzig dass sich ein echt unbedeutender Krümel (a.k.a. Liechtenstein) so aufregt. Denn wie wir ja wissen: “Getroffene Hunde bellen”…
Mir – und ich denke auch allen anderen Steuerzahlern,- ist es herzlich egal was “die” brüllen. Wichtig ist mir nur, daß unsere “Steuer-Verbrecher” ihre gerechte Strafe bekommen und nicht mit irgendwelchen juristischen Spitzfindigkeiten drumherum kommen. Der BND hat genau das gemacht, wozu er da ist: Staatsfeinde bekämpfen! Und warum sollte man jemanden, der dem Land einen so immensen finanziellen Schaden zufügt, anders sehen?
Kann er machen, der BND. Aber warum kostet das gleich 4,2 Millionen Euro???
Sind se wahrscheinlich noch gewohnt von den deutschen Geiseln im Irak: Aha, Deutscher weg – los wir schieben einfach ne Million rüber, dann isser wieder da!
es hat aus einem einfachen grund soviel geld gekostet: der mann verliert mit der weitergabe der informationen sein vorheriges leben da er mit rache der ertappten rechnen kann. ausserdem sitzt er am längeren hebel und kann den preis bestimmen.
gleichzeitig sollte man auch bedenken dass 4,2 millionen in der heutigen welt nur noch peanuts sind(auf jeden fall für den staat) und angesichts des damit erreichten gewinne von mehrereren milliarden durchaus gerechtfertigt sind
zum glück seid ihr deutschen so blöd dass ihr euren staat alles machen lasst, viel spass beim gemeinsamen konkurs gehen. da lichtenstein und auch wir als schweiz eine eigene souveränität haben, pff, wir pfeifen auf euren BND der wohl zu schlecht zum ermitteln ist und deswegen zu terroristenmethoden wie die amis greift. arm. echt arm.
[...] Liechtensteiner Fürstenbank LGT erst recht in Schwung. Sollte es dort also eines Tages noch einmal zu einem derartigen Datenklau kommen wie im Jahre 2002, dann können explosive Neuigkeiten erwartet werden. Der vor sechs Jahren [...]
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