Bekommt P2P-Flatrate offiziellen Segen?
Freitag, 14 März 2008 10:01 von G. Kustermann
Die Diskussion um einen Zuschlag auf die Access-Gebühren zur Kompensation für P2P-Downloads könnte heute einen entscheidenden Durchbruch erleben – bei der Musikmesse SXSW wollen sich zwei Industrie-Schwergewichte dafür stark machen.Im Gegensatz zu der verschnarchten Industrie- Selbstbeweihräucherungs- Veranstaltung Popkomm hat sich SXSW schon vor Jahren auch einen “Interactive”-Bereich gegönnt und sich frühzeitig mit neuen Technologien beschäftigt – so ist sie jetzt auch ein ideales Forum für den Vorstoß, Online-Piraterie ein für alle Mal durch einen Zuschlag auf den Access-Tarif zu eliminieren.
Das ist zwar im Kern eine Kapitulationserklärung, aber im Gegensatz zu Europa scheinen die Verbände der Musikindustrie in den USA langsam einzusehen, dass sie mit der Keule der Strafverfolgung gescheitert sind.
Das Modell, das der Technologie-Berater Jim Griffin, der für drei der vier großen Plattenfirmen arbeitet, zusammen mit Peter Jenner, Chef des International Music Manager’s Forum und früher selbst Manager von Pink Floayd Floyd und The Clash, vorstellen will, ist einfach: 5 Dollar im Monat als Aufschlag auf jeden Breitband-Zugang, und das war’s.
Das Modell wurde angeblich bereits auf der MIDEM in kleinstem Kreis (nur 50 geladene Gäste) diskutiert und nicht rundweg abgelehnt. Allerdings herrscht in der Musikindustrie derzeit vor allem Ratlosigkeit und Angst um den eigenen Job. Und da Angst ja bekanntlich zu Aggressivität führt, applaudieren die Gewaltigen der Branche öffentlich Vorschlägen wie dem des U2-Managers, hart gegen die ISPs vorzugehen – hinter den Kulissen wird aber wohl bereits eingeräumt, dass dies erhebliche juristische Probleme mit sich bringen würde, vom Datenschutz bis hin zu Schadensersatzforderungen von Kunden, denen fälschlicherweise der Internet-Zugang verwehrt wird. [gk]

Kommentare
Also doch Kulturflatrate… wird dann jedwede P2P-Verwendung legal? (also auch das Saugen von Filmen und Software)
Was wird Apple dann tun?
PS: und die GEZ-Gebühr für Internet-Anschlüsse wäre dann ja auch hinfällig!! – Es kann ja nicht sein, dass der Nutzer zwei mal für die gleiche Sache zahlen muss!
Insofern würde ich die Kuturflat begrüßen. :)
ich werde da nichts bezahlen! Die Benutzung des Internets mit P2P Nutzung gleich zu setzen ist stark fragwürdig.
Ein Kopierer ist zum kopieren da, darauf gibt es Abgaben, die ich auch nicht 100% nachvollziehen kann.
Aber ein Internetzugang? Es gibt noch genügend Leute, die wissen gar nicht was P2P ist und die sollen dafür zahlen?
Wer legt fest, wieviel es kosten soll. Wieviele Nutzer an dem Anschluss hängen dürfen?
Pink Floayd?
bin ja nich kleinlich, aber bei Pink Floyd muss man das schon fasst sein :-)
btw. ich würde die fünf Dollar gern zahlen
@ ingenieur
nein, dafuer zahlen muessen sinnigerweise dann wohl nur die, die den service auch wirklich nutzen
(hoff ich zumindest, denn eine zweite GEZtapo ist das letzte was eir noch brauchen)
die müssen die 5$ als freibrief für kulturdaten verkaufen.
wer ihn hat darf soviel tauschen wie er will, wers nicht hat, wie firmen mussen weiterhin strafe zahlen wenn sie erwischt werden, beim kopieren von kulturgüten.
ich denke die meißten wären beireit 5$ zu zahlen um frei tauschen zu dürfen.
Ich könnte mir sogar vorstellen, dass 90% der User sogar bereit währen 10€/Monat zu zahlen um die Lizenz zum unlimitierten Sharen zu erhalten
Ich würde sogar 20 EUR pro Monat bezahlen, wäre immernoch günstiger als sich ständig bei Amazon irgendwas zu bestellen.
Sowas waere durchaus Sinnvoll. Wer legal tauschen will, bucht bei seinem Provider eine P2P-Flat (oder wie auch immer man die nennen mag dazu) und kann so ganz legal soviel Musik, Filme usw. ziehen wie man will. Man koennte das ganze noch verfeinern, also eine Pauschale fuer Musik, fuer Filme. Einzig allein glaube ich kaum, dass sowas fuer Software geht, da da die Konzerne wohl nicht mitmachen.
Manche würden auch 100€/Monat zahlen. Dieser Preis wär vorstellbar.
Oh, bitte, NO!
Ich will keine weitere verteuerung des Internets!
Sollen doch bitte NUR die P2P nutzer zahlen!
Ich nutze keine Tauschbörsen und möchte mit denen nicht im gleichen Atemzug genannt werden :D
selbst wenn sich sowas durchsetzten sollte…
aus den 5€ würden sicher schneller als man gucken kann 50€.
Denn ein Markt ohne Konkurrenz hat im Kapitalismus nix zu suchen. Nur mit Konkurrenz funktioniert das Model nicht…
P2P-flat dann aber auch nur in verbindung mit nem langsamen DSL (1000-2000 ?) anbietet. so hat man auch die ganzen “sinnlos-viell,viel,viel-sauger” unter kontrolle.
und für andere user dann grössere flats, aber auch mit satten strafen wenn man bei “musik”ziehen erwischt wird.
@ingeneur: dann viel Spass beim Inkasso-Verfahren… :P
Wenn der Provider die Gebühr bei jedem verlangt, dann musst auch DU zahlen – oder eben auf Internet verzichten! (beim GEZ-Strafzoll gehts ja genauso ;)
Natürlich könnte man auch den Nutzer vor die Wahl stellen: wer nicht zahlt, dem werden alle P2P-Ports abgestellt. Wäre ja auch ok.
Ich selber gebe nicht mal 20 Euro im Jahr für Musik aus, saugen tue ich auch nicht. Aber ich muss GEZ bezahlen… wenn diese Gebühr wegfallen würde, sobald man die Kulturflat bezieht, dann wäre es eigentlich ein guter Deal! :)
Ich glaube kaum, dass die GEZ hier mitspielen wird – aber ich sehe nicht ein, dass ich für Musik bezahlen soll (welche von Internetradios gestreamt wird), wofür ich aber sowieso schon -wegen der Kulturflat- eine Lizenz habe.
Momentan beinhaltet der GEZ-Strafzoll für Internet-PC ja die gleichen Kosten wie für Radio – weshalb das Argument “man könnte ja auch über Internet fernsehen” nicht zählt… problematischer wird es, wenn die volle Gebühr wie fürs Fernsehen fällig würde.
wieso soll man eigendlich generell für p2p zahlen?
es gibt auch noch menschen die legale inhalte tauschen, ich bin einer davon und ich verteile einiges mehr als der standart musiksauger, trotzdem will ich deswegen net mehr zahlen.
außerdem ist immer noch die frage was der gesetzgeber sagt, der kopierschutz wird ja immernoch damit umgangen auch wenn man jetzt dafür zahlt.
hier in deutschland würde das auf jeden fall problematisch werden
[...] Von René am 15. März 2008 um 12:49 Uhr Kategorien: Music – Trackback-URL: Link Nachdem der schwedische Arm der Musik-Industrie schon im Februar den Vorschlag einer Kultur-Flatrate eingebracht hat, bewegt sich (im Gegensatz zu Frankreich, England und Deutschland) nun anscheinend auch die amerikanische MI. Das ist zwar im Kern eine Kapitulationserklärung, aber im Gegensatz zu Europa scheinen die Verbände der Musikindustrie in den USA langsam einzusehen, dass sie mit der Keule der Strafverfolgung gescheitert sind. Das Modell, das der Technologie-Berater Jim Griffin, der für drei der vier großen Plattenfirmen arbeitet, zusammen mit Peter Jenner, Chef des International Music Manager’s Forum und früher selbst Manager von Pink Floayd Floyd und The Clash, vorstellen will, ist einfach: 5 Dollar im Monat als Aufschlag auf jeden Breitband-Zugang, und das war’s. Das Modell wurde angeblich bereits auf der MIDEM in kleinstem Kreis (nur 50 geladene Gäste) diskutiert und nicht rundweg abgelehnt. (Inquirer) [...]
[...] fing die Diskussion am Wochenende wieder Feuer aufgrund eines Vorstoßes auf der SXSW-Konferenz [...]
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