eBay-Experiment: Kunden in der PayPal-Falle
Donnerstag, 10 April 2008 14:40 von Ralf Müller
Die ehemalige Gefängnis-Insel Australien muss nun für einen eBay-Versuch herhalten: Lassen sich die Menschen im PayPal-Käfig halten?
Mit Auktionen Geld zu verdienen (und dabei stets zu wachsen), ist ein mühsames Geschäft geworden. Die eBay-Manager brauchen also ein zweites Standbein, um bessere Zahlen präsentieren und fettere Prämien einstreichen zu können. Da Skype nicht der erhoffte Umsatzbringer wurde, konzentriert man sich wieder auf das zugekaufte Bezahlsystem PayPal. Lässt sich das irgendwie zum lukrativen Monopol ausbauen? Probieren wir es doch einfach aus, dachten sich die Herren am Grünen Tisch und riefen Australien zum Forschungslabor aus: Ab 17. Juni gibt es dort auf den eBay-Seiten nur noch eine Bezahlmethode: via PayPal. Keine Überweisungen, Bankeinzüge oder Kreditkarten mehr. Wobei PayPal natürlich schon bestimmte Kreditkarten und Nachnahme-Transaktionen anbietet.
Läuft der Down-Under-Versuch erfolgreich, soll das einseitige System nach und nach auf andere Märkte übertragen werden. Das brächte PayPal pro Transaktion zwischen 1,1 und 2,4 Prozent Gebühren vom Verkäufer ein. Hochgerechnet auf Millionen von eBay-Verkäufen pro Tag also entsprechend lukrativ. Zumal der Bezahldienst dann derart groß und fett würde, dass er leichter andere Online-Konkurrenten aus dem Feld schlagen und bessere Deals mit Kreditkartenfirmen verhandeln könnte. Davon träumen eBay-Manager also nachts. Alpträume haben sie dabei nicht: “Trust-and-Safety”-Direktor Alastair MacGibbon glaubt, dass nur “einige Kunden ärgerlich reagieren werden. Aber das ist eine Minderheit. Eine große Zahl der Kunden nutzt ohnehin schon PayPal”. Wie nennt das die Börse? Einen Squeeze-Out. (rm)

Kommentare
Treibt die Lämmer zur Schlachtbank
Die haben doch einen an der Waffel! Ebay kostet des Verkäufer jetzt schon 8%! Und dann wollen die nochmal Geld sehen dafür dass ich meines bekomme?!
Wenns soweit ist, lass ich Ebay eben Ebay sein…
Wenn dass so weiter geht, lassen die sich noch eigene Steuern einfallen die logischer Weise erst nach dem Verkauf gezahlt werden. Sonst würde der Otto-Normal-Dummbeutel (bitte nicht persönlich angegriffen fühlen!) schon vor dem Verkaufen merken, dass nicht er, sondern Ebay den Verkaufserlös erhält.
Da werden mit Sicherheit auch sehr viele abspringen. Vorallem für Privatleute lohnt es sich dann nicht mehr bei Ebay was reinzustellen, da vom Verkaufserlös so gut wie nix mehr übrig bleibt. Die Provision von Ebay ist so schon happig genug und dann soll man auch noch zweimal zahlen und Paypal das Geld in den Ar… schieben ?
Ebay musste ja schon reagieren weil denen die Privatleute weggerannt sind und wenn´s nur noch paypal geben wird, wird die Situation nicht besser.
Immer diese besch…. Geldgier !
Ich hoffe, dass Andere konsequent sind! Und das sie wenn sie nichts mehr reinstellen auch das Kaufen sein lassen – oh wie die Gewinne schwinden würden! Ich gönne es den Ar…..
Aber! Selbst die Händler, die bei Ebay bleiben werden die Preise anziehen müssen, um die Kosten zu decken. Somit vierliert Ebay von ganz allein an Reiz.
…genug für Heute
Äh… und wer hindert mich daran, den Verkäufer trotzdem bar, per Überweisung oder anders zu zahlen bzw. als Verkäufer meinem Kunden meine Kontonummer zu verraten?
@Jörg: Niemand. Aber du musst halt einen Paypal-Account haben, um bei eBay einstellen zu können (eventuell muss auch jeder Käufer einen haben).
Der Käufer will oftmals schnell zahlen, damit das gleich erledigt ist. Damit er die Ware auch noch ganz schnell bekommt, ist Paypal sowieso optimal. Außerdem noch sehr komfortabel (im Vergleich zur Überweisung) und sicher (bis 1000€ bekommt man alles zurück – ohne Selbstbeteiligung).
Wenn dem Käufer nach Ablauf der Auktion nur die Bezahlung per Paypal angeboten wird, dann wird er diese Möglichkeit auch nutzen, wenn er Paypal-Kunde ist (und dies könnte ja zur Pflicht werden).
Denkst du, den Käufer interessiert es, ob der Verkäufer 1,2% spart?! Nicht im Geringsten, es sei denn er bekommt wenigsten die Hälfte davon ab! ;)
Solange es für den Privat-Verkäufer kostenfrei bleibt, habe ich als Verkäufer damit auch kein Problem.
Allerdings werden die Händler die Verteuerung an den Käufer weitergeben müssen – letztendlich bleibt es also wieder bei diesen hängen.
Hmm mal nach Alternativen ausschau halten.
Was gabs da noch “Hood” und hmm mal googlen ^^
Frechheit!
Blöderweise arbeiten inzw. viele US-Firmen mit PayPal zusammen und auch Rapidshare oder VoIP Anbieter bieten nur diese Zahlungsmöglichkeit. Schlecht wenn man sich dann mit PayPal anlegt, dann spürt man den Neokapitalismus der Bush-Ära, Motto “Was Recht und Ordnung ist, bestimmen wir”.
Ich könnte kotzen.
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