Google: Manchmal ist es okay, böse zu sein
Dienstag, 15 April 2008 13:33 von Ralf Müller
Das firmeneigene Mantra “Don´t be evil” wird den Managern offenbar oft um die Ohren gehauen, so dass sie langsam davon abrücken möchten…
Googles Motto “Don’t Be Evil” brachte 2001 Paul Buchheit (mittlerweile Gründer von FriendFeed) hervor. Es sollte als selbstgewählte Leitlinie für den Kurs des Unternehmens dienen. 2006 leitete CEO Eric Schmidt, der manche nicht so freundlichen Expansionsschritte des Unternehmens vertreten musste, daraus eine Art “Evil-Minimierungs-Algorithmus” ab.
Noch zeigt Google das berühmte Motto auf seinen Seiten, aber Frontfrau Marissa Mayer deutete in einem Interview in Australien an, dass die Führungscrew die Nase voll habe von dem hehren Anspruch, der ihnen bei jeder kleinen Diskussion ständig um die Ohren gehauen werde. “Wie haben das Motto nie gewählt oder offiziell bestimmt”, scheint Mayer den Boden für einen möglichen Abschied von der moralischen Fußfessel vorzubereiten. “Wenn Dir etwas von den Firmenentscheidungen nicht gefällt, kannst Du sehr leicht das Totschlagargument `Don´t be Evil´ benutzen. Und das wird oft gemacht”, plaudert sie aus dem Google-Firmenalltag.
Sie ist sich allerdings bewusst, dass die Firma PR-Schwierigkeiten hätte, das Motto fallen zu lassen. Am liebsten würden sie es Buchheit für sein FriendFeed-Portal vermachen… (rm)

Kommentare
Ist das denn so schwierig nicht böse zu sein und gleichzeitig Geld zu verdienen?
Da sind aber scheinbar viele von dem Motto überzeugt. Warum sollte sich was ändern?
Verdammt traurig, dass man in der heutigen Welt böse sein muss, um voran zu kommen. Kann ja eigentlich nicht der Sinn der Sache sein, oder?
Ich finde, es wird Zeit für Welt 2.0, wer zieht den Stecker und bootet neu? ;)
der Stecker wird schon lange langsam gezogen – nur mit dem neu booten ist das so eine Sache…
Eine Aufgabe für Neo würde ich meinen…
Haltet mich da raus. Ich hab genug damit zu tun, kleinen Rotzlöffeln überteuerte Matrix-Handyklingeltöne, beschissene Matrix-PC-Spiele und anderen Merchandisingscheiß anzudrehen, da kann ich nicht auch noch die Welt retten.
wer mit undemokratisch “gewählten” regierungen zusammenarbeitet und reihenweise seiten zensiert ist scheiße, meine bescheidene meinung. vergleichbar mit einem pazifist der amok läuft.
kognitive diskrepanz, das handeln unterscheidet sich vom denken.
@user: Überleg erstmal, bevor du irgendjemanden beschimpfst. Diese Regierung könnte auch ganz einfach die gesamt Webseite Google.de für das Land verbieten. Und davon hätte Google wohl noch weniger und auch die Einwohner dort.
@Beitrag: Mich interessiert nicht, was die für ein Motto haben, sondern was die tatsächlich machen.
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