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Doppelte P2P-Geschwindigkeit per Software?

Montag, 05 Mai 2008 16:32 von Bernd Kling

Filesharing über P2P soll bereits über 70 Prozent des weltweiten Internet-Traffic verursachen. Wissenschaftler suchten und fanden technischen Möglichkeiten, diese Belastung zu verringern. Was zugleich viel höhere Geschwindigkeiten für die Nutzer bringen kann, wie sie behaupten.

Die intensive Netznutzung führte Internet Service Provider bereits dazu, den P2P-Traffic gezielt zu drosseln, was ihnen wiederum Ärger mit Kunden sowie Behörden einbrachte. Forscher der Northwestern University in Illinois wollten ihnen aus diesem Dilemma helfen und entwickelten eine frei verfügbare Software, die den Netzverkehr entlastet, ohne die Leistung für den Benutzer zu verringern. Tatsächlich verbessere sie Übertragungsgeschwindigkeiten in stark belasteten Netzen um durchschnittlich 31 Prozent, bei großer verfügbarer Bandbreite sogar um durchschnittlich 207 Prozent. Das bestätigten die Ergebnisse von über 100.000 teilnehmenden Nutzern.

Die Softwarelösung Ono identifiziert netztopologisch “nahe” P2P-Clients. Das ist eine nicht eben triviale Aufgabe, wie der an der Entwicklung beteiligte Student David Choffnes erklärt: “Es mag einfach erscheinen, ‘nahe’ Computer für die Übertragung von Daten zu finden. Aber das Problem besteht darin, dass das Internet keine Google Map hat. Jeder Computer mag eine Adresse haben, aber diese verrät einem nicht, ob der Rechner in der Nähe ist.”

Um dieses Problem zu lösen, nutzt Ono die Messungen von Internetfirmen wie Akamai, einem Netzwerk für die Content-Distribution, um nahe Rechner zu identifizieren. Ono ist Open Source, seit 2007 als Plug-In für den Bittorrent-Client von Azureus (Tools / Plugins / Plugins installieren) verfügbar und wird laufend weiterentwickelt.

(bk)

Science Daily

Northwestern University / Aqualab

Bittorrent-Plug-In entlarvt üble Provider

Kommentare

Klingt ja nicht schlecht, müsste das ganze nur noch als Plugin für eMule existieren. Natürlich nur für legale Inhalte, dank der abnehmenden Qualität von Hollywood, Musikindustire und Spieleindustrie sind illegale Inhalte sowieso uninteressant geworden.

  • von ashura
  • 05.05.08 17:39
  • comment

x)

  • von Anonymous
  • 05.05.08 17:44
  • comment

(8)=# X

  • von Captain Jack Sparrow
  • 05.05.08 20:43
  • comment

Erinnert sich noch einer an SoftRAM 95?

Ui das war doch diese RAM komprimier teil oder?
Aber im Gegensatz zu SoftRAM kann dieser Ansatz wirklich funktionieren insofern man davon ausgeht, dass die User auch einen entsprechenden Upstream haben. Mit 22kb/s Upstream von DSL 2000 wirste da nix reißen, bei 10MBit oder 100MBit up wird das aber wohl interessant.

kann ich nur zustimmen…bei geringer Bandbreite wird es wohl eher wenig bringen…aber auf jeden fall eine idee die ich sehr lobenswert finde…

  • von Anonymous
  • 06.05.08 7:35
  • comment

>dass die User auch einen entsprechenden Upstream haben
Tja, die unsymetrischen Anschlüsse der meisten Privathaushalte und die Punkt-zu-Punkt Verbindungen von TCP wurden einfach nicht geschaffen für P2P. Hier würde ein Umstieg auf Multicast sicher helfen (einmal uploaden, an viele Rechner gleichzeitig verteilen lassen). Das liegt aber sicherlich nicht im Interesse der ISPs, da dann die Netzwerklast stark zunehmen würde.

Diese Software ONO kann zwar die kürzesten Wege suchen, aber dann muss die Gegenstelle auch gerade einen Uploadslot bereitstellen können. Auf der Clientseite ist hier nicht viel zu holen.

Auf der Carrierseite könnte hier deutlich mehr gewonnen werden durch ein optimiertes Routing. Aber TCP setzt hier technisch enge Grenzen.

Für die modernen Internetdienste (Videostreaming, Internetradio, P2P, …) ist das alte TCP schlicht nicht ausgelegt. Hier sollte dringend ein neues Protokoll entwickelt werden. Aber dann müssten alle Carrier und die Kunden ihre Hardware austauschen. Also wurschtelt man sich durch, fummelt ein paar weitere Flicken in den mottenzerfressenen Featureteppich und beklagt sich, dass früher alles besser war.

  • von fangorn
  • 06.05.08 9:15
  • comment

Nennt sich doch P4P.
http://en.wikipedia.org/wiki/P4P

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