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“Nur Heise und der Inquirer haben es geschafft …”

Sonntag, 25 Mai 2008 13:21 von Bernd Kling

Qualität setzt sich eben durch. Editorix, ein Forum von und für Online-Journalisten, nahm sich gestern exemplarisch eine aktuelle Meldung vor. Und wer hätte das erwartet – die meisten schreiben einfach nur ab.

Es ging um zwei österreichische Handy-Studien, in die möglicherweise gefälschte Daten einflossen. Spiegel Online berichtete darüber mit der Überschrift “Studien über Gefahren der Handystrahlen gefälscht”. Und vergaß glatt zu erwähnen, dass es dazu zwei ganz unterschiedliche Darstellungen gibt. Eine vom heutigen Rektor einer Wiener Universität, die andere von dem für die Studie verantwortlichen Professor.

Wir ließen beide Seiten zu Wort kommen und informierten auch darüber, dass Professor Rüdiger die Vorwürfe weitgehend zurückwies. Und ließen nicht aus, dass der Rektor, der die Studien öffentlich als gefälscht darstellt, eine Kommission zur Begutachtung der Studien offenbar durch einen Juristen der Mobilfunk-Industrie leiten ließ. Es ist also eine Geschichte, bei der viele Fragen offen blieben, und die deshalb ein großes Fragezeichen verdiente.

Und nun kommt ins Spiel, was Editorix den Copy-und-Paste-Journalismus nennt. Da gebe es die einen, die fleißig Spiegel online lesen und einfach die betreffende SpOn-Meldung nacherzählen, die wiederum auf Meldungen österreichischer Medien basierte. Dazu gehörten unter anderem Golem, Verivox, Teltarif und PC-Welt. Golem habe sich immerhin noch bemüht, die von Agenturen angelieferte Meldung ein bisschen anzureichern. Nur zwei Publikationen machten es besser, wie die Nachrichtentester von Editorix befanden:

“Heise und der Inquirer hingegen haben es geschafft, sich die Original-Quellen herauszusuchen und formulieren ihre eigene Nachricht daraus. Völlig vorbeigegangen ist die Geschichte bis dato übrigens an Chip, Computerbild, ZDNet und so weiter.”

(bk)

Editorix

Inquirer: Studien über Handy-Strahlen gefälscht?

Heise News

Spiegel online

Golem

Kommentare

LOL – Spiegel -> die Hochglanzausgabe der BILD
Wer liest denn sowas ??

Heise und Inquirer , die Portale die durch ihr Geschmiere immer jeden Troll anziehen haben was geschafft ? Qualitative News-Beiträge ?
Das ist peinliche Selbstbeweihräucherung wo man euch doch nur auslacht.

  • von Anonymous
  • 25.05.08 13:56
  • comment

—> Na und da war ja auch schon der erste Troll ^^

  • von Anonymous
  • 25.05.08 14:05
  • comment

“Das ist peinliche Selbstbeweihräucherung wo man euch doch nur auslacht.” –Troll
Sprach der notorische Nörgler, bevor er sich wieder in seine BILD-Zeitung vertiefte.
Von mir aus jedenfalls herzlichen Glückwunsch an heise und den Inquirer! :-)

  • von PeeCutChew
  • 25.05.08 14:06
  • comment

Und hoffentlich war das keine Ausnahme, mit dem direkten Quellenbezug, denn dann wärs optimal ;-)

Schön, wenn Kollegen einen erwähnen. Unschön, wenn andere einen des “Copy-und-Paste-Journalismus” bezichtigen, um sich selbst zu loben.

Hätten Sie genauer nachgeschaut, wäre Ihnen sicher aufgefallen, dass es sich um eine (bei uns auch als solche gekennzeichnete) Agenturmeldung der dpa und um keinen eigenen Bereicht handelt.

Wir haben uns nicht selbst gelobt, sondern nur eine Belobigung (und das gerne) zitiert. “Copy- und Paste-Journalismus” war ebenfalls ein Zitat und als solches gekennzeichnet.

Und nun ja, Agenturmeldungen sind auch nicht immer das Wahre. Schon mit ein klein wenig Webrecherche kommt man oft weiter.

gut, dass es herr stollberger schon anmerkte ;) bisschen genauer hingucken, bevor man über andere herzieht.

auch wenn es nur zitiert wird, ist als solches gekennzeichnete trotzdem unrichtig!

  • von Marcel S.
  • 25.05.08 19:01
  • comment

heise ist qualitativ sehr gut, beim Inq sind die Artikel schön kurz und lustig geschrieben – ich frage mich, was der Troll hier will – man liest doch eigentlich nichts, was man nicht mag…

  • von Anonymous
  • 26.05.08 3:38
  • comment

ich wusste es schon immer.
ausser bei heise und hier hatte ich immer ein gefühl von zensur und schlechter recherche.
und das war heute mal keine ironie^^

  • von Anonymous
  • 26.05.08 9:19
  • comment

Zitat: “Völlig vorbeigegangen ist die Geschichte bis dato übrigens an Chip, Computerbild, ZDNet und so weiter.”

Kein Wunder, deren Redakteure haben offenbar ein Privatleben und brauchen am Wochenende nicht arbeiten :)

Von wegen Qualität.

Ich hoffe bk wird sich nun entschuldigen.

Eigentlich hätte das ja auch eine Meldung sein müssen, dass sich die Daten nun als gefälscht heraus stellen. Und die Fälscherin gestanden hat.
Aber da schweigt der Inquirer, bzw bk vornehm.

Tja, netter Versuch SPON ans Bein zu pinkeln, ging aber daneben.

H.

  • von Hugo Waldem
  • 26.05.08 18:04
  • comment

Wer wollte bitte wem ans Bein pinkeln? Und um Hellseherei konnte es schon gar nicht gehen, sondern nur um die bekannten Fakten und die widersprüchlichen Aussagen dazu.

Rekapitulieren wir also. Wir hatten hier über den Fälschungsverdacht berichtet, zu dem es konträre Aussagen gab und auch noch immer gibt. Auch der Rektor der Universität sprach nur von “gravierenden Verdachtsmomenten”, dass die Studien gefälscht seien. Und inwieweit sich die wahrscheinlich falschen Daten auf die Ergebnisse auswirkten, stellten verschiedene beteiligte Wissenschaftler ganz unterschiedlich dar. Der für die Studie verantwortliche Professor erklärte die Daten sogar als “richtig zustandegekommen”.

In einer online gestellten, typisch zugespitzten Vorabmeldung des Spiegel – das machen auch andere so, kennen wir, schließlich soll die Druckausgabe verkauft werden – wurde das verkürzt dargestellt und mit einer Überschrift verkauft, die ein scheinbar gesichertes Ergebnis verkündete: “Studien über Gefahren der Handystrahlen gefälscht”. Eine Agenturmeldung wiederum nahm diese Vorabmeldung mit der gleichen Tendenz auf.

Ich weiß aus Erfahrung, wie vorsichtig man mit diesen Vorabmeldungen umgehen muss, die ja etwas verkaufen wollen, und habe etwas genauer hingesehen, was eigentlich gar nichts Besonderes sein sollte. Und habe ebenso wie Heise auch die andere Seite zu Wort kommen lassen, was ich bei einer solchen schweren Anschuldigung für selbstverständlich halte. Und eben kein vorschnelles Urteil verkündet.

Andere haben das. Sie übernahmen einfach die unbewiesene Behauptung mit Überschriften wie “Studien über Handy-Gefahr gefälscht”, die nun massenhaft auftauchten. Obwohl die auch online verfügbaren österreichischen Medien ein differenzierteres Bild mit Überschriften wie “Wirbel um Handy-Studien” vermittelten.

Inzwischen gibt es den Text aus der Spiegel-Druckausgabe auch online. Und siehe da, die Überschrift hat sich geändert. Die Stoßrichtung blieb die gleiche, aber im Text wimmelt es von relativ schwammigen Formeln wie “offenbar” und “mit hoher Wahrscheinlichkeit”. Dazu kommt die gezielte rhetorische Frage “was wussten die leitenden Professoren?” Die Rede ist schließlich nicht mehr von gefälschten, sondern von “zweifelhaften Wiener Studien”. Und es kommen verschiedene Professoren zu Wort, deren Sprüche auf eine seit langen Jahren gepflegte innige Feindschaft schließen lassen. Also, um die reine Wissenschaft scheint es hier nicht nur zu gehen.

Erste Spiegel-Meldung: http://www.spiegel.de/netzwelt/mobil/0,1518,555130,00.html

Zweite Spiegel-Meldung: http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,555365,00.html

Erst wenn die Rauchschwaden sich verziehen, werden wir mehr wissen. Und nein, um Spiegel Online ging es hier eigentlich gar nicht so sehr (da gibt es wie überall Spitzensachen und auch mal andere). Sondern um die verbreitete Methode, Meldungen unbesehen zu übernehmen.

Schnell noch ein paar Vista News suchen, da muss der Inquirer sich wenigstens hier nicht erklären und kann wieder in bekannter Manier mit Schmutz werfen ;)

  • von Anonymous
  • 26.05.08 21:12
  • comment

@ Hugo Waldem: Dazu können wir gar nicht “vornehm schweigen”. Denn dass die Mitarbeiterin gestanden habe, ist so neu nicht. Stand nämlich bereits in unserer ursprünglichen Meldung. Also vielleicht doch erst lesen und dann posten?

Richtig hatte ich nicht gelesen, denn Sie hatten da ja ein dickes Fragezeichen gesetzt.

Und das zu einem Zeitpunkt als das Geständnis schon raus war.
Mannomann

Und dann beweiräuchern Sie sich hinterher auch noch deswegen?

Kopfschüttel.

H.

  • von Hugo Waldem
  • 26.05.08 23:10
  • comment

Und nach dem Kopfschütteln vielleicht ein paar Zeilen weiter nach oben kucken und nicht nur einen Teil der Geschichte zur Kenntnis nehmen? So gerne wiederhol ich mich nun auch nicht. Sonst komm ich noch auf die Idee, mir wirklich ein paar Vista-News zu suchen. ^^

Auch ich muss den Inquirer wegen seiner ‘Eigenart’ loben.
Die guten Beiträge sind witzig, spitz und natürlich unvoreingenommen formuliert.
Aber auch der Inquirer hat so seine Schwierigkeiten. Wie z.B. x-Mengen an News pro Tageinheit zu erbringen. Da kann dann nicht immer ein guter / besonders guter Beitrag bei sein.

Ich bin und bleibe aber dennoch ich-such-mir-die-Rosinen-aus Leser.

Ein Ratschlag meinerseits noch: Kommt nicht vom rechten Pfad ab und landet bei Bild und Konsorten.

  • von urlmadw
  • 29.05.08 15:24
  • comment

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