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Börsenaufsicht untersucht Falschmeldung über Steve Jobs’ Herzinfarkt

Samstag, 04 Oktober 2008 15:29 von Ricky R. Rottweiler

Nichts war dran, aber das hinterhältige Gerücht verpasste Apples Aktienkurs so etwas wie einen Herzkasperl. Die Papiere fielen auf den niedrigsten Kurs des Jahres, bevor sie sich wieder erholten. Die SEC (Securities and Exchange Commission) will jetzt wissen, wer daran verdient hat.

In die Welt geschickt worden war das Gerücht auf einer CNN-Site für “Bürgerjournalismus” (wird so etwas wird nicht auch gerne user generated content genannt?), die damit wirbt, unredigierte und ungefilterte Nachrichten zu publizieren. Ireport.com verlangt von den schreibenden Bürgern nicht, dass sie bei der Registrierung ihren echten Namen angeben, sondern setzt lediglich eine funktionierende E-Mail-Adresse voraus.

Der virtuelle Journalist “Johntw”, der Apples CEO einen Herzanfall zugeschrieben hatte, dürfte kaum seinen richtigen Namen genannt haben. Er hatte auch nie zuvor bei Ireport gepostet. Eine gute Frage ist allerdings auch, warum so viele Anleger auf eine absolut unbestätigte Meldung hereinfielen. Hier spielt sicher das Misstrauen mit, das Apple durch die eigene Informationspolitik selbst mit aufgebaut hat. Die Apple-Sprecherin, die das Herzinfarkt-Gerücht zu dementieren hatte, hatte sich zuvor reichlich unglaubhaft gemacht, als sie Steve Jobs’ schon längere Zeit fragile Erscheinung als kurzfristige Folge einer Virusinfektion darzustellen versuchte.

Die Vermutung aber, dass mit dem erfundenen Herzinfarkt jemand auf sinkende Kurse spekuliert hatte, lag für die Börsenaufsicht mehr als nahe. Steve Jobs selbst hatte schon nach früheren Gerüchten gegenüber dem Business-Sender CNBC erklärt, all das Gerede über seine Gesundheit sei auf Baissespekulationen von Hedge-Fonds zurückzuführen.

Nach dem aktuellen Zwischenfall leitete die SEC eine Untersuchung ein. CNN sagte umgehend zu, die verfügbaren Informationen über den Gerüchtestreuer zu übergeben. Wird Johntw erwischt, könnte es ihm ähnlich ergehen wie Mark Jakob. Der hatte im Jahr 2000 auf die Schnelle 250.000 $ eingesackt, nachdem er eine falsche Presseerklärung über angebliche Probleme der Firma Emulex veröffentlicht hatte. Er durfte 44 Monate lang im Gefängnis verbringen, verlor die schnellen Gewinne wieder und musste außerdem noch 103.000 $ abdrücken.

(rrr)

Internet News

Kommentare

Wenn Apple wirklich so Abhängig von Jobs ist, daß solche Meldungen den Kurs derart beeinflussen können, sind sie im Arsch.

  • von Sebastian
  • 04.10.08 16:16
  • comment

@Sebastian

Welch konstruktiver, inhaltlich untermauerter und vorzüglich formulierter Kommentar.

eigentlich is doch jedes Unternehmen, dass an der Börse ist eigentlich total gefährdet. Sowas passiert doch dauernd. Irendjemand erzählt blödsinn, und schwupps, is eine Firma Pleite…

  • von Anonymous
  • 04.10.08 17:16
  • comment

Geistiger Dünnschiss

  • von darkfate @Sebastian
  • 04.10.08 18:41
  • comment

Gratz @Sebastian

anders als die Apple-Fanboys kann ich deine These nur unterstützen. Weil: Ohne Jobs ist Apple wirklich nix mehr. Er hat das Gerippe zum Leben erweckt – und ohne wird es wieder zu selbigem werden. Das wissen die Trader und die Anleger. Und die G33ks wollen es sich nur nicht eingestehen.

Jobs unser im Apple
geheiligt werde dein Mac.
Dein OS komme,
dein dmg geschehe
wie im MacBook
so auch im iPhone.

  • von TimeShift
  • 04.10.08 22:01
  • comment

Wenn der Kurs schon so auf ein Gerücht reagiert, wie mag es denn dann aussehen, wenn er wirklich mal mit Blaulicht abtransportiert wird? *grübel*

  • von benkei'
  • 05.10.08 0:16
  • comment

@ TimeShift

Erstmal geht mir diese Fanboy Thematik so auf die Socken – ich nutzen beide Welten intensiv und alles seine Vor- und Nachteile. Kaum hat jemand ne Meinung ist er ein Fanboy – egal von welchem Lager.

Fakt ist: Apple ist derzeit deswegen so abhängig von Jobs da keinerlei offiziell verfügbar Nachfolgerregelung bekannt ist und dies lässt die Börse besorgt reagieren. Dies ist auch ok. Allerdings sind deine Unterstellung mehr Fanboygelabere als alles andere – Denn wenn deine Theorie wahr wäre ist Job wirklich Jesus und damit hätten die Fanboys ja wieder recht….

Ne andere Tatsache ist – und so ergings mir – ich habe jahrelang auf Apple gebasht…und mir dann ein Teil zugelegt und bin zufrieden. Apple wächst und selbst die CT widmet dem Umstieg ein Cover und mehrere Seiten…das gabs so noch nie….

[...] in der Kategorie Tagesthema und hat 0 Kommentare bis jetzt. Einen sehr interessanten Artikel „Börsenaufsicht untersucht Falschmeldung über Steve Jobs’ Herzinfarkt“ zeigt, was Blogger mit einer ins Netz gestellten Ente anrichten [...]

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