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Windows Azure – Betriebssystem in den Wolken

Montag, 27 Oktober 2008 19:37 von Nik Huber-Pöldl

CEO Ballmer kündigte es vage als Windows Cloud an, es lief unter Project Red Dog und Windows Strata. Windows Azure ist ein Online-Service, um Webapplikationen zu entwickeln. Und Microsofts ernsthafter Versuch, in das Geschäftsmodell von Software-as-a-service umzusteigen?

Seit Tagen bliesen Microsofts PR-Flakhelfer etwas von einer entscheidenden strategischen Wende in die medialen Winde. Es habe mit Cloud Computing zu tun und bringe Microsoft nicht nur in die Gegenwart, sondern sichere die Zukunft. MS-Cheftechnologe Ray Ozzie versteigt sich inzwischen sogar in die These, Azure schaffe die Grundlagen “für die nächsten 50 Jahre.”

Ein bisschen viel Euphorie für etwas, das Leute wie Steve Ballmer vor nicht allzu langer Zeit zu belächeln versuchten. Jetzt ist die Azure Services Platform online und verkündet, es sei eine netzweite Plattform für Computing und Services, die in Microsofts Serverfarmen gehostet wird. Um unternehmensweite Anwendungen ebenso zu entwickeln wie das Web der schlichten Konsumenten. Ein Wolken-Betriebssystem gehöre ebenso dazu wie Dienstleistungen für Entwickler: “Windows Azure bietet Entwicklern Computing und Storage, wie sie es gerade brauchen, um Web-Applikationen über das Internet zu hosten, zu skalieren und zu verwalten durch Microsofts Datencenter.”

Wie es heißt, wurde das alles bereits seit Jahren entwickelt. Still und heimlich. Als wären Google und Amazon nicht zuerst damit auf dem Markt gewesen – Microsoft möchte mal wieder das Rad zuerst erfunden haben.

Nicht zufällig gingen Amazons Cloud-Services gerade nach einer langen “Beta”-Phase von EC2 (Elastic Cloud Compute) in die offizielle Phase mit der Zusicherung von 99,95 Prozent Verfügbarkeit. Es ist ein ganz ähnliches Angebot, Rechnerleistung zu mieten und mit eigenen Anwendungen darauf aufzusetzen. Amazons EC2-Kunden haben außerdem die Wahl, die ihnen Microsoft in den nächsten 50 Jahren mit Sicherheit nicht zugestehen wird: Sie können in Amazons Rechenzentren wahlweise Linux-Maschinen oder Windows-Server betreiben.

(nik)

Venture Beat

Windows Azure

E-Consultancy

Kommentare

> die Grundlagen “für die nächsten 50 Jahre.”

Wie DOS, der NT-Kernel oder der IE6?
Wer sowas sagt, kommt nicht aus dem IT-Bereich oder weiß, dass er lügt.

  • von Dunkeltron
  • 28.10.08 9:56
  • comment

@Dunkeltron

Recht hast Du, wer sowas sagt kommt aus der Marketingabteilung (oder is eben Chefe). Und wer da nicht lügt, der ist nicht geschäftsfähig.
…wobei… grandiose Fehleinschätzungen gab es aus den Reihen der IT ja nun auch ausreichend, begonnen damit, das 3-5 ENIACs auf der Welt verteilt ausreichen, alle zu berechnenden Aufgaben zu bewältigen.

  • von Klugscheisser
  • 28.10.08 10:46
  • comment

[...] Sie sollen das Rückgrat für MS Azure bilden. Microsoft hat sein projektiertes Cloud System gerade erst offiziell angekündigt und mit dem Produktnamen Azure behängt, da steht schon Dell in den Startlöchern, um für das [...]

das is genauso ein kapitaler irrtum wie die einschätzung von bill gates dass 640 kb arbeitsspeicher für jeden ausreichen :D

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