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SAP glaubt noch an Second Life

Donnerstag, 20 November 2008 11:07 von Nik Huber-Pöldl

Die Avatare-Massen haben Second Life gestürmt, sich gelangweilt und es längst wieder hinter sich gelassen. Ein paar treue Fans aber sind der Zweitwelt noch geblieben – in den Chefetagen von Firmen wie IBM und SAP.

Während der deutsche Softwareriese SAP in der realen Welt Geld und Personal ausblutet, versucht die Firma einen potenziellen neuen Markt für ihre aufwendigen Warenwirtschaftssysteme herbeizureden, und das ausgerechnet in der Loser-Community Second Life, der längst die aktiven Besucher wie zahlungskräftige Firmen abhanden kamen. Research-Dame Erica Dubach von SAP erklärt es so:

“Die Händler in der virtuellen Welt haben vielfach die gleichen Probleme wie die realen Händler. Sie haben zum Beispiel Warenbestände, sie haben Lagerhaltung, sie haben eine Fakturierung, sie haben Lieferanten. Die SAP-Systeme unterstützen die Händler in der realen Welt bei diesen Problemstellungen, und wir können das Gleiche leisten für die Händler der virtuellen Welt.”

Hört sich irgendwie virtuell an. Finden diese Researcher keine sinnvollere Beschäftigung mehr, als sich virtuelle Umsätze mit den virtuellen Möchtegern-Millionären à la Anshe Chung hochzurechnen? Träumen sie von einer virtuellen Welt ohne Finanzkrise, wie es der Finanzchef von Second-Life-Betreiber Linden Lab leichtfertig verspricht? Dabei waren gerade Linden Dollars noch nie das, als was sie während der großen Hype-Phase von Business Week bis Spiegel gepriesen wurden.

(nik)

Silicon Alley Insider

Kommentare

War in der bisherigen “realen” Finanzkrise das Grundproblem nicht genau der Handel in einer “virtuellen” Wirtschaft und Industrie, vorbei an den “realen” Waren?

  • von benkei'
  • 20.11.08 12:18
  • comment

@ benke
totally agree

kommt zurück auf den Boden der Tatsachen und fangt an wieder realen Handel, nach dem Angebot-und-Nachfrage-System, zu treiben!

“…und wir können das Gleiche leisten für die Händler der virtuellen Welt.”

Oh mein Gott, ich glaube jetzt ist der geistige Tiefpunkt der Wirtschaftsbosse wirklich gekommen. Und ich dachte schon, dass es tiefer als zur DotCom-Zeit gar nicht gehen würde. Wie behämmert muss man eigentlich sein, um so einen Humbug zu reden und wahrscheinlich auch noch zu glauben. Mann Leute, macht Eure sch*** virtuelle Welt dicht und ich garantiere, niemanden wird es interessieren. Außer vielleicht Leute von Eurem geistigen Schlage…

  • von Maxxperformer
  • 20.11.08 17:30
  • comment

Also ich verstehe die negative Haltung nicht, für mich ist der Webshop in 3D in Second Life nur die logische Weiterentwicklung des “traditionellen” online Shops… Viele haben anscheinend Angst vor dem Namen Second Life und lassen sich von den falschen negativen Meldungen der Presse leiten. Second Life ist einfach ein Werkzeug und alleine die Daten und Produkt Visualisierung macht auf jeden Fall sinn… Virtuelle Welten sind kein Spiel und Sie werden in jedem Fall in Zukunft ernsthaft genutzt werden und der tatsächliche Sinn wird klar werden.

Ok, ich gebe zu, dass die Beiträge hier schon ziemlich alt sind. Aber leider waren sie auch damals schon reiner Humbug und ein Beweis dafür, dass gut gemeint und gut gemacht zwei unüberbrückbare Gegensätze sind (den Beitrag von Maxxperformer mal ausgenommen). Auch wenn das, was SAP da in Second Life gemacht hat, etwas krude klingt, im Grunde wissen wir doch heute schon, das Second Life nichts anderes ist als ein 3D Internet, dass heute mehr denn je genutzt wird. Und seitdem alle davon sprechen, Second Life sei Schnee von gestern, ist die Gemeinde auf über 20 Millionen Bewohner gewachsen, wurden bisher Waren im Wert von Waren im Wert von umgerechnet 150.000.000(!!!) US$ (in Worten: einhundertfünfzigmillionen) untereinander gehandelt, virtuelle Waren versteht sich. Aber eben mit echtem Geld. Firmen kommen und gehen, richtig, aber die, die verstanden haben, welchen nutzen ein dreidimensionales Environment für die weltweite Kollaboration bringt, wie z. B. IBM (siehe http://work.secondlife.com/en-US/successstories/case/ibm/ ), die bleiben eben. Und seit dem Announcement von Second Life Enterprise, das es erlaubt, Second Life hinter der eigenen Firewall als eigenständige Applikation laufen zu lassen, seitens Linden Lab sind nun auch die Sicherheitskriterien von Unternehmen erfüllt.

Also, einfach akzeptieren, dass ihr euch getäuscht habt. Und alles ist gut.

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