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Intel vom eigenen Netbook-Erfolg überrumpelt?

Freitag, 28 November 2008 15:25 von Ralf Müller

Statt sich über Abermillionen von Atom-Verkäufen zu freuen, fürchtet Chipzilla um die Verkäufe der hochpreisigeren Notebooks.

Irgendwie schon verdächtig: Kaum jammerte Microsoft über ausbleibende Windows-Umsätze angesichts des vistafreien Netbook-Booms, schon stellt der alte Weggefährte Intel das Konzept der kleinen Billig-Mobilrechner in Frage. Ein Schelm, wer böses denkt. Oder hat die Netbook-Absage von Konkurrent Advanced Micro Devices (und deren daraus resultierende Pläne) Intel  zu einer Neubewertung des Netbook-Ansatzes veranlasst? Es muss auf jeden Fall eine treibende Kraft sein, denn eigentlich müsste der Halbleiterkonzern doch jubilieren, hat er doch praktisch ein Beinahe-Monopol auf einen selbst geschaffenen Markt, der die meisten seiner Atom-Prozessoren gierig aufsaugt.
Die Überlegungen im Hause Intel deutete übrigens Stu Pann, Verkaufs-Vizepräsident, per Videokonferenz an: “Wir dachten ursprünglich, dass Netbooks in Schwellenländer und bei den Jugendlichen der Renner sein würden. Das passiert auch, doch ein großer Anteil der Geräte wird in Westeuropa und Nordamerika verkauft, an die Stammnutzer von Notebooks”, sorgt sich Pann. Mit anderen Worten: Intel hätte nicht erwartet, dass Netbooks durchaus auch als Notebook-Ersatz gekauft werden, dass jemand ernsthaft mit den kleinen Tasten und Mini-Displays arbeitet. Wie man sich nun aus der selbstgeknüpften Erfolgsfessel wieder befreien will, darüber lässt sich noch kein Intelianer aus.
Salz in die Wunde streute gerade das chinesische Wirtschaftsblatt “Commercial Times”: Hohe Preise seien Schuld daran, dass Centrino 2 nicht so gefragt sei. Der Bericht zitiert Notebook-Händler, die wegen der hohen Intel-Einkaufspreise ihre Geräte nicht besonders günstig anbieten können. Daher mache der Centrino-2-Anteil bei den hochwertigeren Modellen auch nur etwa 30 Prozent der Abverkäufe aus. Dieses Problem den Netbooks direkt in die Schuhe zu schieben, wäre sicher zu kurz gedacht. Aber: Die unheimlich niedrigen Preise der kleinen Mobilrechner haben das gesamte Notebook-Gefüge ins Rutschen gebracht, die Durchschnittspreise aller Geräteklassen gerieten unter Druck.
Ein ähnliches Netbook-Eigentor will AMD gänzlich vermeiden. Deren Boss Dirk Meyer betonte schon vor ein paar Wochen: “Wir ignorieren das Phänomen Netbook gänzlich. Wir streben einen Formfaktor oberhalb von diesen Mini-Rechnern an.” Also eher im 13-Zoll-Bereich. Ein Mini-Notebook. Dünn und leicht, aber mit deutlich mehr Performance als ein Netbook. Und besseren Margen bei den Chips. (Ralf Müller)

Cnet

Kommentare

hmm ich hätte gern n internet tablet mit 8-9 zoll display + 8 stunden akku mit nem eee kann ich jetzt auch nix anfangen der ist mir schon fast wieder zu groß da kann ich gleich mein 12,1″NB außpacken…
und das N810 ist zwar top aber der bildschrim einfach zu klein

Wie Intel da raus kommt?
Na, ganz einfach: man bringt schlicht keine Updates der kleinen Chips auf den Markt. Irgendwann werden die Nutzer die viel stärkere Leistung der großen zu schätzen wissen.

Sollte 7 ein Erfolg werden, dann hätte sich der Atom sowieso ruck zuck erledigt.

  • von Anno dazumal
  • 28.11.08 18:30
  • comment

Ich sage das seit dem Existieren des Atom, das diese Entwicklung von Intel ein klassischer Schuss ins eigene Knie war. Oder vulgärer ausgedrückt, Intel hat sich in Knie gef****.

Und das hat auch seine Gründ: Gier + Maßlosigkeit + Überheblichkeit

  • von Idealist
  • 28.11.08 18:47
  • comment

laut theinquirer.net will amd doch im netbook-markt mitmischen. wer liegt da jetzt falsch?

  • von Anonymous
  • 28.11.08 18:50
  • comment

egal mir langt der kleine Acer – hat mir den kauf eines 1000 EUR teuren Gerätes erspart.

Für den Mobilen Einsatz langts – ansonnsten nehm ich ehe den Desktop.

“Sollte 7 ein Erfolg werden, dann hätte sich der Atom sowieso ruck zuck erledigt.”
Falsch! Selbst die frühen Windows-7-Betas laufen auf den Netbooks mit Atom sehr gut!

  • von FreXxX
  • 29.11.08 11:45
  • comment

In der Tat. Das der Erfolg von Win7 den Tod des Atoms bedeuten soll, kann ich auch nicht ganz nachvollziehen, ist doch gerade der Hardware-Hunger von Vista eines der großen Argumente, auf selbiges zu verzichten.

  • von meinereiner
  • 29.11.08 15:02
  • comment

Wenn man nicht gerade Student ist oder Bankster sind diese Dinger total überflüssig. Also ich bin froh wenn ich nicht ständig vor der Möhre sitzen muss.

  • von Linux User
  • 29.11.08 22:01
  • comment

@Linux User
Na, ganz offensichtlich haben sich ein paar Kunden gefunden.
Für mich wäre ein solches Gerät auch nichts (trage schon Brille und meine Finger sind zu groß für Handy Tastaturen). Aber der ursprünglich anvisierte Markt, Schüler und Studenten deren Eltern sich keinen “großen” Laptop leisten können (XO lässt grüßen), wurde inzwischen eindeutig gesprengt.

  • von fangorn
  • 01.12.08 12:56
  • comment

[...] erfolgreichen Netbooks sehr sparsam mit Ressourcen bis hin zum Stromverbrauch umgehen (m

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