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Mit Vinyl zurück in die Zukunft

Sonntag, 04 Januar 2009 17:20 von Nik Huber-Pöldl

Digitale Downloads übernehmen alles, CDs gehen den Weg der Schellackplatte? Zumindest die Vinyl-LP kehrt zurück. Während sich CDs immer schlechter verkaufen, verdoppelten sich die Vinyl-Umsätze.

Schon ist die Rede von einer Vinyl-Blase, kein Scherz. Nicht nur audiophile Oldies sehnen sich nach den guten alten Zeiten drehender Plattenteller zurück, vielmehr sorgt ein nachgewachsenes, jüngeres Publikum für den neuen Aufschwung. Im Jahr 2008 wurden in den USA 1,88 Millionen Vinyl-Alben verkauft, mehr als in jedem anderen Jahr, seit Nielsen Soundscan LP-Umsätze verfolgt. Das reicht immerhin bis 1991 zurück, und der bisherige Rekord war 2000 mit 1,5 Millionen LPs zu verzeichnen. 2006 und 2007 lagen sie bei nur noch 858.000 bzw. 999.000.

Mit CDs hingegen ging es in den letzten drei Jahren abwärts von 553,4 Millionen 2006 auf 360,6 Millionen 2008. Die MP3-Umsätze steigerten sich im gleichen Zeitraum von 32,6 Milllionen auf 65,8 Millionen. Vinyl wiederum verdoppelte sich in nur einem Jahr, wenn auch ausgehend von einem weit niedrigeren Niveau. Im Trend liegen demnach digitale Downlaods ebenso wie die Platten mit den Rillen.

Wie Steven Sheldon von Rainbo Records meint, Chef der Firma Rainbo Records, die seit 1955 Vinyl-LPs presst, ist das vor allem neuen Käufern im Alter von 13 bis 24 Jahren zu verdanken, die den ästhetischen Wert von Plattensammlungen für sich entdecken:

“Sie bekamen alles digital, während sie aufwuchsen. Die Spiele waren auf dem Computer oder dem Fernseher. Ihre Musik war in einem Gehäuse. Ich glaube, sie bemerken auch den Unterschied im Sound. Aber ich denke, es löst vor allem ihre Begeisterung aus, dieses Kunstwerk von 30 mal 30 Zentimetern vor sich zu haben, diese Schallplatte in der Hand zu halten.”

(nik)

Computerworld

Kommentare

Das ist doch mal einfach nur geil…
Die Rückkehr zur Qualität oder auch Geiz ist überhaupt nicht geil.

  • von ein poweruser
  • 04.01.09 18:36
  • comment

Haben Vinyls etwa eine bessere Qualität?

Digital muss nicht zwingend schlecht sein, schließlich gibt es verschiedene Codecs! Auch auf Vinyls werden schließlich nichts anderes als Informationen gespeichert.

Liebe Grüße
Steffo

  • von Steffo
  • 04.01.09 19:25
  • comment

Ja. Und das kann ich Dir auch begründen:

Auf einem Tonträger wie Vinyl (also analog) hat man eine ganz andere “Frequenz” oder auch “Bandbreite”, die durch eine hochwertige Nadel (auch analog) abgetastet werden kann. Diese Nadel wiederrum gibt jedes noch so kleine Detail wieder (entsprechende “analoge” Aufnahme vorraussgesetz), das im Gesamten mehr als die Summe seiner Teile ist. (Theoretisch “unendlich” viele Frequenzen)

Im digitalen Verfahren hast Du ein von vornherein begrenztes “Frequenzband”, das bestimmte Töne, ob hörbar oder nicht – schlicht nicht aufnimmt. Diese angeblich kleinen Details machen aber – wie so oft im Leben – das Gesamte aus.

Vergleichbar ist das ganze mit einer analogen Photographie (unendlich viele Graustufen) und eine digitalen Aufnahme (8 oder 24 Bit), d.h. die Tonwertabstufungen sind von vornherein stark begrenzt.
Den Unterschied kann man an richtig guten Reprokameras (ja, das sind die, die noch diese schwarzen zickzack-Stoffteile vorne haben, wie aus dem 19. Jahrhundert) sehen… und glaub mir, das sind Welten…

Ums kurz zu machen: Leg mal eine richtig “alte” Platte auf einem richtig “alten” Plattenspieler mit richtig “alten” Boxen auf. Dann setzt Du Dich alleine in den Raum, drehst voll auf, schließt die Augen und denkst mal an nichts…

Zum Vergleich nimmst Du den besten “Codec” den ein “Crack” im Netz zu finden glaubt, nimmst dem besten mp3 Player – oder von mir aus einfach nur eine CD, und machst das gleiche – mit der gleichen Musik – digital aufgenommen und digital nachbearbeitet – mit einer “neuen” Anlage.

Solltest Du danach immer noch nicht “hören” oder besser “fühlen”, was für ein Unterschied das ausmacht, solltest Du Dich an einen Ohrenarzt oder einen Psychologen Deiner Wahl wenden. ;-)

  • von ein poweruser
  • 05.01.09 0:20
  • comment

Übrigens: Du wirst merken, wie groß der Unterschied zwischen angeblich “gleicher” “Information” sein kann. Selbst 2 “gleiche” Vinylplatten haben nie die “gleiche” Information.
Analoges hat immer einen eigenen “Charakter”.

Digitales ist immer gleich. Die Bits sind immer diesselben.

Und diesen Unterschied spürt man am ganzen Körper.

  • von ein poweruser
  • 05.01.09 0:26
  • comment

zum glück haben wir ja noch unser analoges gehirn, das in der lage ist, das lückenhafte digitale material stetig zu ergänzen. und weil das so viel spaß macht, starren wir den ganzen tag auf den bildschirm.

@ 2face: grins… was dabei rauskommen kann, sieht man ja an stevi ballmer… (macht mir Angst…)

  • von ein poweruser
  • 05.01.09 2:23
  • comment

Da wirkt auch einiges an Placebo-Effekt mit. Ist einfach ein anderes Gefühl Platten oder in meinem Fall explizit MCs anzuhören, da ist eben das der Drehpunkt und man konzentriert sich nur darauf…

  • von olometer
  • 05.01.09 10:08
  • comment

[...] The Inquirer: Mit Vinyl zurück in die Zukunft [...]

@poweruser
ich gebe dir erstmal recht, dass Vinyl besser ist als MP3. Allerdings nicht in dem Maße wie du es hier darstellst. Alte Musik, die wirklich noch entsprechend aufgenommen und auf Vinyl gepresst wurde, ist besser als die gleiche Musik im digitalen Format.
Leider trifft das aber nicht auf die aktuellen Musikstücke zu. Diese wurden in einem Tonstudio digitalisiert, solange nachbearbeitet bis auch der schlechteste DSDS Sänger singen kann und nachträglich in Vinyl umgewandelt. Ich bin dagegen ein Freund der digitalen Musik (House, Trance usw.) und die wird nicht mal digitalisiert sondern einfach gleich am PC erzeugt. Für diese Musikstücke ist es völlig unerheblich ob sie auf Vinyl oder MP3 abgespielt werden.

Davon mal abgesehen glaube ich nicht, dass eine MP3 so viel Qualitätsverlust bedeutet. Unser Ohr kann maximal 20Khz warnehmen. Die Musik wird mit mehr als 40Khz abgetastet und laut Shannon Theorem reicht das aus um das orginale analoge Sinusschwingung (verlustfrei) wiederherstellen zu können. Beim Umwandeln wird lediglich aus einem analogen Wert ein digitaler Wert. Das ist dann schon mit einem gewissen Verlust verbunden. Den wird man aber nicht warnehmen können. Wenn du mich jetzt zum Ohrenarzt schickst, schicke ich dich zum Physik, Mathe und Informatikuntericht :)
Da ich allerdings wie schon gesagt sowieso eher Musik höre, die sowieso am PC erzeugt wurde, kann ich nicht beurteilen ob es einen spürbaren Qualitätsverlust gibt. In der Theorie ist der Verlust jedenfalls vernachlässigbar gering.

Da bist du aber auf einen netten Placebo reingefallen. Wende dich selbst mal an den Psychiater deiner Wahl!

Das fängt schon an mit “nimm einfach nur eine CD auf einer “neuen” Anlage” zu vergleichen mit “eine richtig “alte” Platte auf einem richtig “alten” Plattenspieler mit richtig “alten” Boxen”. Als wenn man alt nicht mit alt, sondern mit hochwertig übersetzt, dann ist doch klar, was du mit dem Vergleich erreichst. Klar, dass du da einen Unterschied hörst, mit über-komprimierten Alben auf Klingelton-Niveau und China-Hifi aus dem Media-Markt. Was man vergleichen muss sind richtig sauber produzierte Alben auf Vinyl und CD/SACD/DVD-Audio auf der selben – im besten Fall richtig guten Stereo-Anlage. Und dann klingt digital besser.

Dein theoretischer Unterschied von der digitalen Begrenzung gegenüber analoger Vielseitigkeit reibt sich in der Praxis aufgrund schlechter Eingabe und Übergangsverluste auf. Das Spektrum, das in digitalen 24 Bit und 96 kHz steckt, wirst du mit auch noch so guten Nadeln, Kondensatoren, Kabeln usw. nicht erreichen können. Das geht physikalisch gar nicht.

Bei der Fotografie ist das das gleiche! Schau dir mal das Rauschverhalten von analogem Film und Dia an, die alten Objektive usw. und vergleiche die mit modernen Vollformat-DSLRs. An die theoretischen 21 MP, die KB und Dia haben, kommst du ja gar nicht ran. Das lohnt sich erst bei Vergrößerung (Unschärfe vs. Verpixelung) oder in Preissegmenten, wo Digital nicht erhältlich oder zu teuer ist.

  • von Ziczac
  • 05.01.09 13:15
  • comment

@ poweruser meine ich natürlich :-)

  • von Ziczac
  • 05.01.09 13:17
  • comment

@Ziczac & Skunk:

Na dann seid doch einfach nur glücklich und geniesst das digitale Zeitalter mit all seinen Vorteilen der unendlichen Möglichkeiten.

Ich jedenfalls kenne die Unterschiede.
(Dafür braucht man übrigens keinen Psychiater…)

  • von ein poweruser
  • 05.01.09 20:47
  • comment

LP contra Vinyl. Ich hab beides seit den achtzigern.
Eindeutig bequemer und technisch besser ist die CD.
LPs musst du wie ein rohes Ei behandeln.
Aktuell gibt es kaum bezahlbare und gute Hardware
zum Abspielen von LPs. Entweder Plastikmüll oder
High-End. Allerdings glaub ich wenn die großen HiFi-
Hersteller einige ihrer Glanzstücke wiederauflegen
wirds ne Renaissance der LP geben. Ist einfach nen
Modetrend.

  • von altesohr
  • 06.01.09 1:20
  • comment

Geht mir nicht anders … wobei ich immer noch eine geniale Anlage aus den achtzigern benutze – man kann sich auch einen gebr. Plattenspieler kaufen und die Nadel erneuern.

: )

Endlich mal ein wenig technischer Rückschritt!

Immerhin kann man auf analogen Plattenspielern keine Trojaner starten…

Na dann verzichte doch gleich ganz auf einen PC und Internet…

Schonmal versucht eine mit Trojaner verseuchte CD in einem CD Player abzuspielen? Die Musik CD und auch der CD Player haben nichts mit Trojaner zu tun. Selbst dann nicht wenn es sich dabei um MP3 Musik handelt. Eine CD kann zufällig nicht nur Musik sondern auch Daten beinhalten aber das interessiert den CD Player nicht.

Die Abtastrate von CDs von 44,1 MHz bezieht sich übrigens auf beide Kanäle, d.h. jeder Kanal kann bis 22,05 MHz übertragen.

Bin aber auch Plattensammler und Fan und auch wenn meine Ohren noch nicht mal mehr 20 MHz hören, hat man bei den Schallplatten trotzdem das Gefühl da wird mehr übertragen.
Und das spürt und hört man eher, als das man die technischen Werte die dahinterstehen hört…

Wenn man mal von der Qualität absieht, kann man mit vinyls auch viel “aktiver” musik hören.. Man kann jede sequenz des lieds mit der nadel “anfassen” und selbst abspielen. man hat physischen zugriff auf jeden teil der platte. Macht einfach viel mehr Spaß.

Also ich für meinen Teil behaupte mal, dass ich zwar den Unterschied zwischen CD und MP3 höre, zwischen CD und LP allerdings nur durch eventuelles Knacken und Rauschen. Und ja, meine Anlage ist erstens Alt und zweitens richtig hochwertig. Dynacord, Technics, Ortofon.

wie gesagt, ich kanns nicht raushören, ob das jetzt ne CD oder LP ist. Weder bei neuer Musik noch bei Orignalaufnahmen

@Aki
Die Abtastrate ist 44,1kHz (vermutlich nur ein Schreibfehler bei dir). Der Kanal kann dann aber nicht bis zu 22,05 kHz wiedergeben, da die Abtastrate > 2*Frequenz sein muss und nicht >= sonst erwischt du eventuell immer genau die Nullstellen der Sinuskurve. Darum wird von vornerein die Sinuskurve durch ein Frequenzfilter gejagt und einfach alles oberhalb der magischen 20kHz Grenze abgeschnitten. Natürlich für jeden der beiden Stereokanäle.

Ich denke, dass es dabei auch um den Wert einer Platte geht. Es ist einfach ein Unterschied ob man der alten Musik auch anhört, dass sie schon etwas älter ist. Da dürfen dann auch ruhig einige wenige Stubkörner drauf sein. Wie bei den alten Filmen mit den kleinen Bildfehlern.

Abgesehen vom, von mir aus eingebildeten, Hörgenuss, sind Schallplatten auch spottbillig auf Flohmärkten bzw. in speziellen Second-Hand-Läden zu erhalten. Einige Schnäppchen sind gar nicht auf CD erhältlich.
Auch preiswerte, durchaus brauchbare Plattenspieler sind noch erhältlich. Nur eben nicht bei mediamarkt & co. Heute muß man bei Plattenspielern oft unter “Turntable” suchen. Meiner (Stanton T.60 € 169,00), eigentlich für DJs gedacht, reicht für meine Ansprüche völlig. Auch Gemini oder Reloop sind preiswerte Marken. Ich decke mich ein bei http://www.rockshop.de. Kompetenter Laden!

  • von ein Neukunde
  • 08.01.09 16:02
  • comment

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