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Kinderporno-Filter wirkungslos in Schweden

Montag, 30 März 2009 11:51 von Manfred Kohlen

…sagt selbst die dortige Kripo nach vier Jahren Erfahrung. Niemand kam deswegen hinter schwedische Gitter: Die Erfahrungen sagen, dass die technischen Sperren nichts bringen und fleißig umgangen werden.

PC Professionell berichtet vom aktuellen Stand der Kinderporno-Diskussion. Björn Sellström, Chef der schwedischen Ermittlungsbehörde gegen die Kinderpornos, sagte demzufolge, die gefilterten 5000 Seiten würden nicht helfen. Die Produktion des Ekelmaterials würde durch die Internet-Sperren nicht geringer.

IT im Unternehmen hatte im Sinne der Administratoren schon vor Wochen Frau von der Leyens Forderung nach Sperren als opportunistische Wahlaktion gebrandmarkt. Inquirer hatte über die Diskussion mehrfach berichtet: Die Probleme der Provider damit, die populistische Reaktion der EU-Fahnder darauf  und die Gegenreaktion der ohnehin skeptischen EU-Parlamentarier.

Die Erfahrung der Schweden scheint nun den Admins und Parlamentariern recht zu geben. Gewählt wird wohl trotzdem, wer populistisch statt realistisch agiert. (Manfred Kohlen)

PC Professionell
Focus

Inquirer:
Providers Angst um Kinderporno-Sperren
Kinderpornos 2: Europol-Reaktion
Kinderpornos 3: Internet-Freiheitsmanifest des EU-Parlaments

Der Anfang: Admin-Wort zum Thema Kinderporno

Kommentare

Viele politische Entscheidungen kann man so oder so treffen. Aber wenn wenigstens Vernunft über jeglicher Ideologie stehen würde! Das ist hier einmal mehr nicht der Fall gewesen.

wer hätte das gedacht O_o

[ironie]da wird sich so viel mühe gegeben, die wahren hintergründe zu verschleiern, und die kipo`s vorzuschieben und dann das.
da wird doch eine welt für bestimmte personen zusammenbrechen.
aber vielleicht hätte man auch als erstes solche melungen rausfiltern sollen?[/ironie]

aber wenigstens hat man mit solchen maßnahmen die it-branche ein wenig subventionieren können. obendrein ist aktionismus gut für’s alibi…

Ist doch immer wieder das gleiche Geseiher welches in regelmäßigen Wellen über uns hereinbricht.

Raubmordkopierer, Terroristen, Kinderpornografen.

Alles böse, böse und wieder böse. Also gut für die Politiker, die kurz vor den Wahlen noch ein paar Pluspunkte bei der doch leider sehr groß gewordenen, unreflektierten Bildzeitungsleserfraktion sammeln wollen.

Differenzierter denkende Menschen können über so viel unqualifizierten Aktionismus nur den Kopf schütteln.

“…Niemand kam deswegen hinter schwedische Gitter: Die Erfahrungen sagen, dass die technischen Sperren nichts bringen und fleißig umgangen werden. …”

Versteh ich nicht! Kommt man für sowas in Schweden nicht hinter Gitter oder hat das Geld/Personal/die Technik für die Strafverfolgung nicht gereicht?

Klar kann man allein durch Filter das Problem auf Anbieter/Konsumentenseite nicht verhindern. Wer diese Filter aber gezielt umgeht, kann sich dann nicht mehr rausreden (“Habe doch nur zufällig draufgeklickt” oder “Wollte mich im Rahmen meiner politischen Tätigkeit nur informieren” etc.).

  • von ein Neukunde
  • 31.03.09 6:37
  • comment

Allerdings wird ein Zeitungsleser oder TV-Nachrichten-Zuschauer nie mitbekommen, dass die deustche Politik sich dafür einsetzt etwas einzuführen, was sich in der Praxis nicht bewährt hat. (außer man denkt an China. Zur Internetzensur hat es sich ja bewährt.)

Es wird immer offensichtlicher, wie das Meinungsbild in der Öffentlichkeit durch Vorenthaltung wichtiger Informationen zugunsten der CDU beeinflusst wird.

  • von Anne Nym
  • 31.03.09 9:03
  • comment

@ Neukunde: Die Sache ist nur die, dass jene, die den Filter umgehen, dazu Anonymisierungsdienste benutzen, wo der Staat noch weniger Chancen hat mitzulauschen. Z.B. Tor, I2P, Freenet, welche selbst Geheimdienste nutzen um sich durch nationale Firewalls hindurch unerkannt zu Informanten oder umgekehrt zu verbinden.

Alles was man mit einem solchen Filter erreicht, ist, dass sich die Pädofilen eingehender mit Cryptologie beschäftigen und somit noch unverwundbarer werden.

  • von Anonymous
  • 31.03.09 11:57
  • comment

Na ja, 100 Prozent kann man sich nicht auf Anonymisierungsdienste etc. verlassen. Auch glaube ich nicht, dass die meisten KiPo-Konsumenten souverän mit sowas umgehen können. Auch die Anbieter werden nicht alle EDV-Spezialisten sein.

Mit als Inhalt getarnter Trojaner müsste man doch z.B. die Rechner der meisten Pädophilen übernehmen können. Der Rest würde sich doch dann zumeist von selbst ergeben…

Klar, ich verstehe die Datenschutzbedenken vielerbei diesem Thema, teile sie aber persönlich nicht. Bei KiPo und auch bei schwerer Kriminalität/Terrorismus halte ich den Einsatz neuartiger Mittel für gerechtfertigt. Andere Meinungen akzeptiere ich aber vorbehaltlos!

  • von @ Anonymous
  • 31.03.09 13:07
  • comment

Upps, der vorherige Post war von mir!

  • von ein Neukunde
  • 31.03.09 13:17
  • comment

@ Neukunde:
Und was solls bringen gegen das Grundgesetz zu verstoßen, einen Trojaner unkontrolliert in die Welt zu lassen (und damit einen Super-GAU herbeizuführen) und damit den Rechner eines möglicherweise Verdächtigen zu kapern?
Genau, garnichts.

Damit verhindert man keinen Missbrauch, den verhindert man nur wenn man die Drahzieher dingfest macht (den Server lahmlegen bringt auch nicht viel, dann setzen die einfach nen neuen auf). Natürlich schadet es nicht die Server zu finden und abzuschalten, immerhin kann man dann versuchen über deren Betreiber an die Produzenten zu kommen. Aber was anderes ist technisch nicht möglich und erst recht nicht sinnvoll.

  • von PeeCutChew
  • 31.03.09 14:03
  • comment

Aber auch diese ernüchternde Nachricht wird Frau v. d. L. nicht ihrem Kurs abbringen – denn hier geht es primär nicht um Inhalte sondern um Aktionismus und Populismus – dabei bleiben die wirklich Leidtragenden auf der Strecke! Getan hat man ja etwas …

Achja, es ist Wahljahr und die Parteien sehen ihre Wählerschaft dahinbröckeln..da müssen wir doch dem Nachrichten/Zeitungsmenschen irgend etwas so auftischen, dass es glaubwürdig klingen mag, dass man etwas gegen eine Sache tut, die zu Recht von der Gesellschaft nicht akzeptiert wird.
Der ‘normale’ Bürger wird die Aktionen der Frau von der Laien gut heißen und sich nicht weiter um irgendwelche Hintergrundinformationen kümmern, ob es irgendwo schon einmal geklappt hat.
Hauptsache, man hat etwas getan, um die Wählerschaft wieder hinter sich zu bringen \o/
Ich verneige mich vor der derzeitigen Junta und wünsche ihr alles Gute auf ihrem weiteren Weg, das Internet zu einem sichereren Ort zu machen.
Herr S. und Frau von der Laien, zwei Politiker, wie sie Deutschland letzten Endes noch gefehlt haben ~~

Und das im Feminazi Land Schwedern wo die Freier dafür bestraft werden das sie zu Huren gehen..

/ajk

Das “sperren” von Internetadressen mit anstößigem Inhalt bringt … genau gar nichts.

- Die Nutzer, die sich vor der Sperrung (potentiell) strafbar gemacht hätten, sind nach inkrafttreten der Sperrung nicht mehr zu belangen, es findet sich kein verbotenes Material mehr auf ihren Rechnern.

- Die Einsatzkommandos des BKA rennen ständig wechselnden Adressen hinterher um die Listen aktuell zu halten, fallen also für die Ermittlungen aus, die die Drahtzieher hinter Gitter bringen würden

- Die Juristen sind mit allem beschäftigt, nur nicht mit der Veruteilung von Straftätern – Denen die in der realen Welt Kinder vergewaltigt haben.

Dass diese “Sperre” technisch innerhalb von Sekunden zu umgehen ist will ich hier gar nicht näher ausführen.

Ein “verschwinden” einschlägigen Materials aus dem Internet führt nur zu einer Verdrängung des eigentlichen Problems aus dem Wahrnehmungsbereich der Bevölkerung. Der Missbrauch von Kindern findet _NICHT_ im Internet statt. Selbst wenn alle Kinderpornos aus dem Netz verschwinden würden, würde kein einziges Kind weniger vergewaltigt, da diese Aufnahmen allermeistens nichtkommerziell innerhalb der Familie erstellt werden. Unser gesamtgesellschaftliches Problem der Misshandlung von Kindern lässt sich mit Netzsperren nicht lösen.

  • von fangorn
  • 01.04.09 15:08
  • comment

Oh,

Und das habe ich irgendwo gelesen, weiß leider nicht mehr wo.

Missbrauch setzt einen nichtmissbräuchlichen Gebrauch voraus. Gibt es einen sexuellen Gebrauch von Kindern?

  • von fangorn
  • 02.04.09 8:27
  • comment

hi

  • von Anonymous
  • 10.05.09 9:06
  • comment

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