Bitte kein DAB – Analogradio forever
Mittwoch, 05 August 2009 15:40 von Ralph Beuth
Nach Opas Mattscheibe, dem analogen Fernsehen sollte eigentlich auch Omas gutes altes UKW-Dampfradio endlich abgeschaltet und durch digitale Technik ersetzt werden. Doch DAB hält nicht, was es verspricht. Und für DABplus fehlen erst recht Programme und Geld.
Nach der glorreichen Einführung des digitalen Klötzchenfernsehens DVB-T sollte eigentlich bald darauf folgend auch das letzte Stündlein des analogen Radios geschlagen haben: Im Jahre 2010, so hieß es ursprünglich mal, müssten Millionen Radiogeräte auf den Müll geworfen werden. Denn anders als beim TV hilft eine Settop-Box in diesem Fall nicht weiter – sie ergibt einfach keinen Sinn.
Aber Analog habe nun mal in einer digitalen Welt keine Zukunft, argumentieren die Befürworter – neue Radios braucht das Land. Schön für die Hersteller. Die seit gut zehn Jahren durch den Äther strahlende Alternative DAB dümpelt derweil allerdings, vom Großteil der Bevölkerung völlig unbemerkt, mit bestürzend wenigen Programmen erfolglos vor sich hin. Gegen die tatsächlich eher bescheidene Tonqualität der unverschämt überteuerten Geräte wurde der Nachfolgestandard DABplus entwickelt.
Doch einem Bericht der Financial Times Deutschland zufolge wird die neue Technik von denen torpediert, die sie eigentlich voranbringen sollten: Rundfunksender und Politiker verweigern sich. Die von der ARD beantragten Gelder für den Aufbau digitaler Radioprogramme wurden von der Gebührenkommission KEF nicht bewilligt, heißt es, private Radiosender scheuten die hohen Investitionskosten ohnehin.
Während in Frankreich ab 2013 per Gesetz nur noch Digitalradios verkauft werden dürfen, steht selbst die hierzulande diskutierte Abschaltung des Analogrundfunks im Jahr 2015 längst wieder auf der Kippe. Omas Dampfradio hat offenbar ein zäheres Leben als gedacht. Hand aufs Herz: Wen stört’s? Und Online-Radio funktioniert nebenbei ganz ohne Querelen. Weltweit.

Kommentare
Ich kann mich erinnern, dass mein Nachrichtentechnik-Prof an der Uni prophezeit hat, dass sich DAB nie durchsetzen wird… es bringt keinerlei Vorteile.
Auch in den anderen europäischen Ländern ist UKW noch eine lange Zukunft beschieden. Alles andere sind nur Absichtserklärungen – wie in Deutschland auch.
30 Radiosender über UKW, 3000 übers Web – zunehmend auch mobil – mehr Radio braucht kein Mensch und mehr gibt der Markt auch gar nicht her.
1 Mrd. gut funktionierende UKW Radios in Europa zu verschrotten wäre ein Fest für die Hersteller von “Digitalradios”, aber eine Sünde wider Ökonomie und Ökologie, zumal Digitalradios mehr Energie als analoge Radios verbrauchen.
Es gibt noch 100 andere Gründe gegen DAB und für das Scheitern, das würde hier den Rahmen sprengen.
Wichtig ist es jetzt, die diversen steuer- und gebührenfinanzierten “Initiativen” pro DAB und “Digitalradio” in die Wüste zu schicken, denn diese werden sonst nicht aufhören, die überflüssigste Technik seit D2Mac weiter anzupreisen als DAB+ oder DAB+++
Auch Internetradio ist Digitalradio, die Digitalisierung findet also statt, ganz ohne DAB und ohne Gebührenverschwendung.
Bescheidene Qualität? Ich nutze DAB seit zwei Jahren und bin von der Qualität begeistert – Online kann da meist nicht mithalten. Nur wenige Sender streamen erstens hoch aufgelöst und zweitens in vernünftigen Formaten. Und überall verfügbar ist Radio via Internet auch nur dann, wenn man eine stabile Breitbandverbindung realisieren kann. Eine reibungslose und unterbrechungsfreie Umschaltung von Funkzelle zu Funkzelle wäre nötig.
Das Problem von DAB war eher: Zu wenig Sendeleistung – benachbarte militärisch genutzte Frequenzen verhinderten diese – und ein zu kleines Angebot. Argument war und ist doch immer: UKW reicht doch. Und so drehen sich Befürworter und Gegner weiter im Kreis.
Wäre das Angebot über DAB größer – wie zum Beispiel in Großbritannien (in UK ist DAB ein Erfolg) – würde der Zuspruch auch hierzulande sicher größer werden. Und wenn mehr Menschen sich entsprechende Endgeräte kaufen würden, würden auch die Preise sinken bzw. das Angebot an Geräten größer werden.
Nur leider werden bei DABplus wieder die gleichen Fehler gemacht: Kaum Netzabdeckung und zu wenig Inhalte. Aber dank KEF braucht man sich darum nun auch keine Gedanken mehr machen.
Das gleiche wie beim digitalem Fernsehen. Was bringt einem neuste digital Qualität wenn die Inhalte unter aller Sau sind? Nix. Werbung und alte Kamelen können die für sich behalten.
@Kamele: Was fürn absoluter Hirnrisser blödsinn! Was hat DVB-T mit dem Inhalt der Programme zutun? GAR NICHTS! Ich nutze seit der Einführung in HH (06) DVB-T und bin Voll und ganz zufrieden mit der Qualität! Ich hatte vorher nur Antenne und ich kenne den Qualitäts Unterschied!! Ich glaube du hast keine ahnung von dem was du redest wenn du Birnen und Äpfel vergleichst…. DVB-S ist ja sonst wegen dem ganzen schmuddel TV usw auch blöd *kicher*
Autoradios!
Mitte der Neunziger waren CDs in Mode, Hersteller lieferten serienmäßig Kassettendecks.
2002+ MP3 CD in Mode, Hersteller lieferten serienmäßig CD-Radios.
2007+ IPods, USB Sticks in Mode, Hersteller liefern serienmäßig immer noch CD-Radios, bestenfalls mal Bluetooth, kaum USB
2015? DAB? Hersteller liefern serienmäßig UKW Radios mit USB Schnittstelle ?
@Anonymous
Aber natürlich hat das was damit zu tun. Hirnloses Proletentum muss ja einer zahlen und das ist immer der Endverbraucher. Schließlich versprechen sich die Macher dieses Mülls hohe Renditen. Schon vergessen: Wenn es nicht aufwärts geht, kann es nur abwärts gehen :)
Naja, das eigentliche hat nun wirklich nichts mit der Technik zu tun. Außerdem gibt es offensichtlich eine ausreichend große Menge an Leuten, die das Programm ansehen. Sonst würde es ja nicht produziert werden.
Vielleicht haben diese Kamele keine andere Wahl dem digitalem Wahnsinn zu entgehen. :)
ich lasse übers Net streamen
Dumbo zu 100 % zustimm*
@riot: Ja, ich meine dich! Kindersprache wie “zu 100% zustimm*” zeugt davon, dass du genau einer von den Prolos bist, die @Kamele als willig Käufer nennt.
Gott, wirf Hirn vom Himmel!
[...] erst seit durch die Digitalisierung des Radios viele Frequenzen in vielen Ländern freigeworden sind und von den jeweiligen Regierungen auch [...]
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