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Die Anti-Google-Verschwörung

Dienstag, 01 September 2009 14:24 von Manfred Kohlen

»Google hat die Preise kaputtgemacht«, klagen die Werber und Verleger. Deutsche Zeitschriftenverlage, Fernsehsender und Onlinewerber tun sich nun zusammen, um den groooßen bööösen Daten- und Werbekraken zu bezwingen. Gelingt das?

»Google ist gut«, heißt es beim amerikanischen Anbieter, doch das glauben weder Datenschützer (nicht umsonst wird die Suchmaschine »Datenkrake« genannt) noch die Verleger, die sich schon zuhauf beschwerten, weil sie selbst wohl den Online-Markt verschlafen hatten.

Laut Frankfurter Allgemeine wollen Gruner + Jahr, Tomorrow Focus, SevenOne Media (ProSiebenSat.1) und IP Deutschland (RTL)  ihre Werbereichweiten zusammenschließen, um ein starkes  Gegengewicht gegen Google zu bilden. Denn bei Onlinewerbung erreiche die Suchmaschine etwa 90 Prozent der deutschen Internet-Surfer, die neue Allianz könnte es immerhin auf 80 bis 85 Prozent schaffen, orakelt die FAZ.

Ob das klappt? Man kann den Werbepreisverfall nicht so einfach stoppen, denn Werbeflächen im Netz gibt es in Hülle und Fülle. Dass die Verleger das volkswirtschaftliche Prinzip von Angebot und Nachfrage nicht rechtzeitig auf das Web bezogen, ist ihre eigene Schuld.  Einige Player weniger auf dem Markt, und der Absturz ist wenigstens etwas sanfter.

Doch dass Onliner die Werbung nur dann anklicken, wenn sie wirklich am Thema interessiert sind und einen klaren Nutzen erkennen, ist gesunder Menschenverstand. Das bedeutet, die neue Allianz muss Technik schaffen, um die Zielgruppen genauso gut oder besser als Google zu treffen. Das Angebot von United Internet, deren »Targeting-Technik« TGP zu übernehmen , die in Web.de und GMX schon erfolgreich verwendet wird, haben die Verleger allerdings nicht angenommen, und so ist vor einiger Zeit UIs Versuch einer Anti-Google-Allianz gescheitert.

Neuer Versuch, aber ohne United Internet, den bisher größten Online-Werbevermarkter in Deutschland. Die Papier- und Fernsehvermarkter haben nun eine schwere Nuss zu knacken:  Neue Online-Werbeformen zu schaffen, die ihr Ziel genau da erreichen, wo die Reklame den Nutzer auch noch interessiert. Aber bitte nicht so knallbunt, dass es die User abschrecken würde. Der Aufwand ist also viel größer als in Print oder TV – und der Erfolg auch noch messbar. Eine Schwitzkur für die Offliner.

Immerhin können Sie sich noch über Googles Rechenkünste amüsieren. Letzte Woche vergnügte sich das Web mit den Rechenfehlern des Suchkrösus – nicht mal die können nämlich 1 und 1 richtig zusammenzählen. Mit Abziehen ist es sogar noch schwieriger. µ

L’Inqs:
Anti-Google-Allianz der Werbevermarkter
Google verrechnet sich

Kommentare

Als ob es nicht schon genug Werbung gibt.

@???: ja, aber igendeiner muss das ja bezahlen, sonst sind alle Websites nur noch von unwissenden Anfängern aus Spaß nebenher gemacht. Da haben die Burdas und Gruner+Jahrs schon recht: Werbung sichert Arbeitsplätze. So doof die Werbung auch manchmal ist.
Hin und ieer interessiert die Reklame sogar, aber sicher nicht mit den oft sinnlosen verblödeten Werbespots und Banners aus Deutschland, die ohne “Targeting” auf die Leute losgelassen wird. Google hat diesen Nerv anfangs recht gut getroffen – nix wackelnd Buntes und ein genaues Zuschneiden auf die Leute, die sich für das passende Thema interessieren. (Leider sind jetzt auch immer mehr knallbunte Marketingheinis dabei, siehe auch Videowerbung in YouTube-Filmchen).

  • von mkohlen
  • 03.09.09 13:49
  • comment

Die Preise verfallen nicht weil Google böse ist, sondern weil die Technologie (It’s Internet stupid!) die Bedinungen so ändert das Werbung schneller angeboten werden kann.

/ajk

[...] Die Anti-Google-Verschwörung [...]
http://www.it-scene.net/2009/10/achtung-amazon-google-kundigt-eigenen-ebook-shop-an/

  • von Achtung Amazon: Google kündigt eigenen eBook-Shop an | IT-Scene.NET
  • 16.10.09 10:02
  • comment

[...] Treffen des eco-Content-Arbeitskreises »Hamburger Erklärung« von inzwischen 166 Verlegern Werbebranche hakelt sich mit Google Deutsche Verleger gegen Google, australische gegen [...]

pingback von
http://www.it-scene.net/2009/11/internet-verband-greift-%c2%bbmuseumsreife-medienunternehmer%c2%ab-an/

  • von Internet-Verband greift »museumsreife Medienunternehmer« an | IT-Scene.NET
  • 10.11.09 21:10
  • comment

ok für alle die es noch nicht wissen:

der google crawler wurde mit der hilfe von der cia entwickelt. ich weiß es hört sich wie eine scifi story an, aber stellt euch es nur einmal vor…

tatsache ist: google ist im besitzt von EBAY, YOUTUBE, PAYPAL, SKYPE

somit haben die wahrscheinlich schon 90% deines lebens ausgeforscht. und kommt noch dicker

hat sich noch keiner gedanken darüber gemacht, weshalb google alles besitzten will? oder fällt das keine auf, dass sie jetzt auch handys, webbrowser und jetzt auch noch ein BETRIEBSSYSTEM auf den markt bringen wollen…

lasst euch das mal durch den kopf gehen und an den betreiber der seite: ich bin selber webmaster und im alexa ranking weiter vorne als du, so wie ihr die tatsachen darstellt ist es nicht ok.

ich finde es vollkommen ok und werde es in zukunft (wenn die zeit reif ist) auch eine anti-google kampagne starten!!!

cheers

  • von Anonymous
  • 08.12.09 7:24
  • comment

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