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Amazons Anti-Abschreibe-Patent

Montag, 02 November 2009 17:40 von Ralph Beuth

Wie kann man verhindern, dass digitale Bücher beliebig kopiert werden? Amazon hat sich dazu etwas ausgedacht. Und sich die Idee auch gleich patentieren lassen, damit sie keiner kopiert.

Die Idee wirkt so simpel, dass man sich fragt, warum da nicht schon längst einer drauf gekommen ist: Der Online-Buchhändler will in den von ihm feilgebotenen Werken gezielt kleine Fehler bzw. Wortersetzungen einbauen, die das von Amazon vertriebene E-Book im Falle einer unerlaubten Kopie als Quelle eindeutig erkennen lassen. Aus unserer Schulzeit wissen wir: Wer abschreibt, ist dumm. Wer dabei ahnungslos (wie es dem Wesen von Dummheit nun einmal entspricht) die Fehler mitschreibt, macht sich zudem auch noch lächerlich. Oder, sofern wir in der Erwachsenwelt ernsthafter Geschäfte angekommen sind: Strafbar! So weit, so genial.

Die unauffälligen Korrekturen, zum Beispiel in Form von Synonymen, werden dem normalen Leser kaum jemals auffallen. Nicht nur Germanisten indessen könnten sich die Haare raufen. Denn aus Sicht der Verlage (die haben sich unseres Wissens noch nicht dazu geäußert) handelt es sich eigentlich ganz klar um eine Urheberrechtsverletzung, wenn das literarische Werk in dieser Weise manipuliert wird. Dass ähnliche Verfahren in anderen Bereichen (etwa in der Kartographie) schon längst im Einsatz sind, ändert daran nicht viel, denn da handelt es sich bei den Manipulatoren in der Regel auch um die Rechteinhaber. Vielleicht ist das ja der wahre Grund, warum da eben noch keiner drauf gekommen ist: Es gehört sich einfach nicht.

So treibt der digitale Verfolgungswahn – wie zuvor schon in der Musik- und Filmindustrie – wieder einmal höchst seltsame, aber nicht unbedingt literarische Blüten.

Quelle: Slashdot

Kommentare

Das könnte man eigentlich auch bei Musik machen. Dort eine zweite Gesangsspur, dort ein neuer Rhythmus und schon hätten die Raubkopierer ausgescherzt ;-)

  • von Agent soz.IO
  • 03.11.09 10:37
  • comment

Richtig lustig wird es erst, wenn man den Namen des Banknachbars mit kopiert…
Alles schon vorgekommen! :D

Wo liegt überhaupt der Unterschied, ob ich Bücher von Amazon oder von einem anderen “Verleger” kopiere? Die Urheberrechtsverletzung begehe ich doch sowieso gegenüber den Rechteinhabern, was ja -wie im Artikel erklärt- nicht Amazon selber ist.

Wenn ich ein Buch kaufen wöllte, dann auf jeden Fall im echten Originaltext – wenn alles Amazons Absicht kennen würden, dann wäre dies sicherlich ungünstig für das Geschäft.

  • von Anonymous
  • 03.11.09 10:38
  • comment

Wo soll das hinführen? Gibt es dann auch bald Filme mit Übersetzungsfehlern, Musik mit anderem Text, Spiele mit geänderten Grafiken nur damit man im Zweifel erkennt von welcher Version hier kopiert wurde?
Wer hat denn einen Vorteil davon wenn er weiss das ein Buch von Amazon kopiert wurde und nicht von einem anderen Händler?

  • von Anonymous
  • 04.11.09 15:41
  • comment

Auch wenns im Grunde eine “nette” Idee ist: ich möchte keine Bücher lesen in denen irgendwelche Amazon-Mitarbeiter herumgewurstelt und Worte ausgetauscht haben.

ok, dann kann ich jedes buch bei amazon reklamieren, weil sie mir nicht das produkt liefern das ich wollte, bzw ein defektes produkt.
Wenn da fehler absichtlich drin sind, haben sie auch das copyright gebrochen!
und sowas lässt sich patentieren?

hmm und wer garantiert, dass amazon den sinn nicht verfälscht, bzw unbeabsichtigt zensiert oder fehlinformationen ausgibt.
Gesundheitsratgeber: Nehmen sie dieses produkt nicht ein.
Amazon streicht das wort: nicht

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