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US-Lobby: Open Source ist böse und Nutzer sind Feinde

Freitag, 26 Februar 2010 7:17 von Ralf Müller

Muss man einen Riss in der Waffel haben, um Lobbyist zu werden? Es scheint so, denn die International Intellectual Property Alliance (IIPA) bekniet im Augenblick die US-Regierung, damit diese Open Source Software bitteschön grundsätzlich als raubkopierte Werke deklarieren soll.

Häh? Keine Sorge, es kommt noch schlimmer: Die zugedröhnten IIPA-Funktionäre verlangen, dass alle Länder, die quelloffene Software unterstützen, als Feinde des Kapitalismus abgestempelt werden sollten.
Diese extreme weltaunschauliche Verzerrung findet sich verpackt in einer offiziellen IIPA-Anfrage an die Regierung. Entdeckt wurde sie jetzt von Andres Guadamuz, britischer Dozent für Rechtswissenschaften in Edinburgh. Laut Anfrage sollen die Vereinigten Staaten ernsthaft Open Source Software wie Piraterie behandeln. Länder wie Indonesien, Kuba, Brasilien, Indien und viele weitere (z.B. Europa) müssten nach IIPA-Willen auf einer speziellen Risikoliste landen, weil sich deren Behörden für den Einsatz von freier Software aussprechen. Oder sie bereits längst einsetzen. So wie die Stadt München. Das Oktoberfest wäre damit eine zu boykottierende Veranstaltung, da die Stadt und das Land Bayern auf der »Special 301 Watchlist« landen würden – wegen Anti-Kapitalistischer Einstellung. Häufiger Gast auf dieser Liste ist übrigens auch Kanada.

Sachliche Argumente sind den Lobbyisten natürlich schnurz. Dass die Verwendung und Verbreitung von Open Source Software nirgendwo illegal ist, scheint sie nicht zu interessieren. Wahrscheinlich haben sie es schlicht mit der kostenlosen Freeware verwechselt, die ja schon eher den profitorientierten Kapitalisten auf den Zeiger gehen könnte. Oder mit Malware, die schließlich auch umsonst verteilt wird und noch dazu klauen geht.
Jedenfalls hat die IIPA im Augenblick konkret Indonesien auf ihrer Abschussliste: Dort sollen alle Behörden aus Kostengründen bis Ende 2011 auf Open Source umstellen. Das wiederum schwäche nach Aussage der IIPA die Software-Industrie und würde den Wettbewerb mit kommerziellen Produkten untergraben. Der indonesischen Regierung wird offen vorgeworfen, sie würde damit dem Urheberrecht nicht ausreichend Respekt zollen.
Der britische Rechtsexperte Andres Guadamuz sieht die amerikanische Entwicklung (Entgleisung?) zumindest als gefährlich an, selbst wenn die Regierung noch keine Stellung dazu bezogen hat. Wenn Programmierer von quelloffenem Code als Kommunisten, Piraten und Raubkopierer diffamiert werden (Einreiseverbot/Berufsverbot?), dann sollte diese Gruppe mal über die Zukunft nachdenken. (Quelle: TheInquirer.de)

Kommentare

Wieso sollten die etwas verwechselt haben?
Nur große Software-Pakete bringen richtig Geld – die gibt es aber nicht als Freeware, nur die Macht der Gemeinschaft ist in der Lage dies für lau zu schaffen. Malware stellt schon gar keine Bedrohung für etablierte Software-Schmieden dar, eher ganz im Gegenteil: sie sorgt für immerwährende Umsätze bei den Antiviren-Herstellern. – Wieso sollte diese Lobby etwas gegen diese Kategorien vorbringen wollen/sollen?

Außerdem:
auch M$ verteilt fleißig Freeware – wie den IE und den WMP zum Beispiel.

Ich teile also nicht die Auffassung des Autors, dass die IIPA eher etwas gegen die Freeware haben müsste – und schon gar nicht gegen Maleware.

Welche Argumente haben den Autor den zu diesen Gedanken bewogen?

Die IIPA geht vollkommen logisch vor – ohne Zweifel!
Sie folgt der Logik des Geldes – und Moral kennt sie wahrscheinlich nicht…

  • von Anonymous
  • 26.02.10 11:40
  • comment

Die, die den Mammon anbeten

Worum es der International Intellectual Property Alliance (IIPA) geht, und wer da offensichtlich dahinter steht und steckt, ist ja wohl klar!

Da wären als erstes einmal die Software Riesen zu nennen, M$ GmbH und Co. KG AG´s denen Open Source schon lange mehr als ein Dorn im Auge ist und ihre Gewinne schmälern!

Und last but not least das Kapital selbst, beziehungsweise die, die das Kapital anbeten.
(den schnöden Mammon)

Etwas das nichts kostet ist nicht zu versteuern.
Es können keine Zölle erhoben werden, keine Aktiengesellschaften gegründet werden. Und daraus resultierend, gibt es auch keine Manager, Vorstandsvorsitzende etc.
Mit überzogenen Gehalts- und Bonusforderungen.

Und folglich gibt es auch keinen Kapitalfluss, der letztendlich zu fast 99 % sowieso nur oben ankommen würde!

Obwohl, das nicht ganz richtig ist, siehe Suse, Redhat, etc. die aus Open Source, Pakete schnüren und daraus Kapital schlagen…!
Ohne selbst jemals eine Zeile programmiert zu haben…!

Ich folge meinem Vorredner: “Wo der schnöde Mammon lockt, gibt es keine Moral oder soziales Gewissen…!”

  • von Gabriel
  • 27.02.10 13:38
  • comment

“Obwohl, das nicht ganz richtig ist, siehe Suse, Redhat, etc. die aus Open Source, Pakete schnüren und daraus Kapital schlagen…!
Ohne selbst jemals eine Zeile programmiert zu haben…!”

Ich hoffe, daß war nicht ernst gemeint, wenn doch ==> geh nach Heise.de .

  • von volltroll.de
  • 28.02.10 2:54
  • comment

“Ich hoffe, daß war nicht ernst gemeint, wenn doch ==> geh nach Heise.de .”

IHR KÖNNT NACH HEISE GEHEN, IHR KÖNNT NACH HEISE GEHEN

lol

  • von Anonymous
  • 28.02.10 19:32
  • comment

Nach Heise? Boah was seid ihr fies. xD

@topic: Nun sind wir also schon bei Stufe 3 von Ghandi’s law. Irgendwie schön zu wissen, auch wenn man natürlich anfängt sich ein paar Gedanken zu machen mit was für nem Schwachmatentum die Rechtevertwerter als nächstes ankommen.

  • von PeeCutChew
  • 01.03.10 11:35
  • comment

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