Abwärtstrend für illegalen Datentausch per P2P
Dienstag, 02 März 2010 5:55 von Ralf Müller
Zumindestens in Amerika nehme die Zahl der Downloads geklauter Songs ab, melden die Marktforscher der NPD-Group. Ihre jüngste Auswertung spricht von minus 25 Prozent in 2009.
Die Musikindustrie hämmert unverändert der Weltöffentlichkeit ins Hirn, dass einzig die bösen Raubkopierer Schuld am Niedergang der Plattenverlage seien. Dann hätten die im vergangenen Jahr wieder ein fettes Wachstum registrieren müssen, denn ein Viertel aller Fans von illegaler Musik hat die Lust am kostenfreien P2P-Download verloren. Trotzdem ging es weiter abwärts mit der Musikindustrie. Etwa 24 Millionen Kunden weniger. Sowas aber auch…
Das renommierte Marktforschungsinstitut NPD-Group jedenfalls sieht drastische Rückgänge des illegalen Verhaltens. Warum? »Da draußen gibt es viele Leute, die inzwischen ihre Musiksammlung vervollständigt haben. Sie sind gesättigt mit bezahlter und unbezahlter Musik«, vermutet NPD-Chefanalytiker Russ Crupnick. Neben einem klassischen Sättigungsgrad können sich die Marktforscher auch noch vorstellen, dass die steigende Zahl von Malware und Viren im P2P-Umfeld, die werbebasierten Musikdiensten wie Spotify, Pandora oder Vevo sowie die Angst vor den ruchlosen Anwälten der Musikindustrie und ihren überzogenen Strafforderungen Marke »Existenzvernichtung« dazu beitragen. Jugendliche, Studenten und alleinerziehende Mütter wurden zu Summen verknackt, die sie kaum je in ihrem Leben verdienen können.
Da hat man seine Kunden womöglich derart vergrault, dass sie ihre Geldbörsen zukünftig für legale Musik bewusst geschlossen halten? Die Kunden bräuchten schließlich nur abzuwarten, bis die großen Labels wirklich pleite sind – und bis dahin Konzerte ihrer Lieblingskünstler besuchen. (Quelle: TheInquirer.de)

Kommentare
Naja, ich denk mal, dass die Leute endlich merken, dass p2p ne doofe Idee ist. Wird alles auf OneClick Hoster wie Rapidshare verlagert. Aber das soll die werte Musikindustrie ruhig mal denken. Irgendwann vermeldet dann der große Marktforschungsgott, dass es keine P2P Raubmordkopien mehr gibt und die Internetausdrucker wundern sich, wo denn jetzt der Geldregen bleibt.
Eine weitere Möglichkeit: die Leute sind die geistigen Ergüsse des Mainstreams mittlerweile einfach nur leid und gucken sich nach Alternativen um, gibt ja auch noch genug Indie-Labels und selbstverarktende Künstler (die sogar noch selber songs schreiben und singen können). Ich hab jetzt mal seit langem wieder Radio gehört, und schau mal einer guck: die haben fast die ganze zeit Sachen gespielt die ich bereits gehört hab als ich noch regelmäßiger Radiohörer war (der Sender war im Übrigen EinsLive!).
Wenn selbst die Radiosender größtenteils nur die alten Sachen der späten 90er und den ersten paar Jahren des neuen Milleniums spielen sagt das doch wohl eine Menge über die Musikqualität von heute aus.
P2P habe ich auch mal gemacht, irgendwann viel mir auf das ich alles gesehen habe was ich sehen wollte. Und hatte kein Bock mehr drauf. Nun lade ich nur noch gelegentlich mal eine Datei. und wenn das Geld reicht finde ich sollte man auch mal was gedrucktes oder bespieltes kaufen. Und wenn es nicht reicht und ich es mir anders besorge, dann hätte ich es auf legalem Wege mir eh nicht leisten können. Und habe somit niemanden was genommen. Zumal heutige Musik wirklich verzichtbares Gut darstellt. alles in allem Wissen wir doch alle, es war schon immer nur eine Ausrede für zu viele Haie die sich den Mark teilten. und einfach nur deshalb weniger kassieren.
Die USA brauchen halt immer etwas länge bis sie die richtig coolen AnonP2Ps wie StealthNet http://www.stealthnet.de finden. ;-)
Wir Deutschen, Franzosen und alle anderen Europäer haben das bereits massiv für sich entdeckt und dort gibt es nichts was es nicht gibt. Aktuelles wie seltenes. :-)
Selbst Japan stößt zur Zeit massiv dazu! Kluge Leute!
Marke: Existenzvernichtung….habs bisher von keinem treffender formuliert bekommen!
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