NFC: Eine tote Technologie für tote Kunden
Freitag, 05 März 2010 11:51 von Ralf Müller
Diese abstruse Idee könnte der Technologie wie auch den Friedhöfen der Welt neues Leben einhauchen: RFID-Tags sollen in die Grabsteine eingebettet werden, damit per Nahfeldfunk individuelle Daten/Aussagen über den Verstorbenen abrufbar sind.
In SF-Filmen tauchen die Verblichenen immer gleich als holographische 3D-Köpfe auf, die den Besucher prompt in ein Gespräch verwickeln. Eine US-Firma will nun die technologische Vorstufe davon wagen und die Grabstein-Tags mit ein paar dürftigen Daten zum Lebenslauf und vielleicht einem kleinen Portrait befrachten. Denkbar seien auch URL-Links zu einer Homepage, die dem Verstorbenen gedenkt, berichtet NFC World.
Je nach Haltbarkeit und Qualität des Tags soll die digitale Ergänzung zwischen 10 und 200 Dollar kosten. Der Anbieter geht davon aus, dass die RFID-Tags locker 300 Jahre halten könnten. Würde man sie direkt in Stein oder Granit einbetten, wäre sogar bis zum Zehnfachen denkbar. Das Problem sei viel eher ein technologisches, denn Radiofrequenzen können unmodern werden und die Auslesetechnik veralten. Selbst die Server mit den hinterlegten Gedenkseiten dürften kaum so lange durchhalten. Wie sich der Anbieter die Zukunft der digitalen Nachrufe denkt, erläutert dieses PDF-Dokument.
(Quelle: TheInquirer.de)
L´INQs
Ein RFID-Chip, um uns alle zu binden
RFID-Chips machen Kreditkarten unsicher (und niemand soll es wissen)

Kommentare
Noch ein Link zum Thema “Leben nach dem Tod im Netz”: http://www.williamvoltz.de/2006Stories/109_edead_com.htm
1. praktisch gesehen völliger Schwachsinn, denn für Leute, welche man kannte benötigt man in der Regel diese Informationen nicht – und fremde Tote sind einem sowieso völlig schnurz.
2. diese Idee ist eigentlich nur für Archäologen interessant, sollte sie wirklich 3000 Jahre mitmachen. Die Infos müssen dann aber komplett auf dem Chip landen – und nicht nur ein Link zu einer Internetseite.
3. Außerdem: Einäschern ist sowieso viel besser als verbuttelt zu werden: keine Granitverschwendung (damit wird auch keine Kinderarbeit in Indien unterstützt), keine Platzverschwendung, ist billiger und macht weniger Arbeit für die Hinterbliebenen… und ist außerdem viel cooler! (oder gefällt jemanden die Vorstellung von Würmern zerfressen zu werden besser? ;)
pah, wozu RFID??? ich lasse mich eh kurz vorm Abnippeln ins Telefonnetz einspeisen ;))
@Anonymous:
Auch wenn man sich einäschern lässt wird die Urne trotzdem üblicherweise vergraben. In DE ist das glaube ich sogar vorgeschrieben, bin mir aber nicht ganz sicher.
2. diese Idee ist eigentlich nur für Archäologen interessant, sollte sie wirklich 3000 Jahre mitmachen. Die Infos müssen dann aber komplett auf dem Chip landen – und nicht nur ein Link zu einer Internetseite.
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Das ist auch Quatsch. Man hätte bis heute nicht die Schrift der alten Ägypter lesen können hätte man nicht durch Zufall einen Stein Gefunden auf dem der selbe Text in drei Sprachen gemeißelt wurde.
Somit wird man in 3000 Jahren absolut gar nichts mehr mit Daten anfangen können die heute irgendwie gespeichert wurden. Wenn man das in 50 Jahren noch schafft wäre es ein Wunder.
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