Merkel sieht Web als Problem für die Politik
Mittwoch, 21 Juli 2010 17:20 von Manfred Kohlen
»Uns’ Angie« sagt etwas, die dpa veröffentlicht es, und alle schreiben es: »Das Web macht es der Politik schwerer«. Aha. Eigentlich nichts Neues, oder?
Bundeskanzlerin Angela Merkel sagt im Bunte-Interview, sie sehe durch das Web Probleme, Politik zu machen und zu vermitteln: »Heute wird es durch die Vielzahl der Informationskanäle, und besonders durch das Internet, immer schwieriger, ein Gesamtmeinungsbild zu erkennen«. Die Bunte, eher ein »People-Magazin« für Celebrity-süchtige Hausfrauen, erzählt es der dpa, um zu mehr Auflage zu kommen – jetzt will man wohl auch die celebritysüchtigen Computerfreaks erreichen. Zahlreiche News-Websites veröffentlichen es nur Minuten später und nahezu alle Technikwebsites nehmen sich noch des Themas an.
TheInquirer-Leser wissen, dass Politiker mit dem schnellen Medium in der Regel nicht umgehen können. Facebook- und Twitter-Diskussionen müssen ja auch heftig auf Horst Köhlers Seele gedrückt haben. Und an der Online-Petition zur Kinderporno-Diskussion ist auch fast »Zensursels« Netzsperrengesetz gescheitert.
Merkel beklagt, dass es durch den sehr großen technischen Wandel »schwerer geworden ist, alle Menschen in allen Generationen zu erreichen, denn diese nutzen die einzelnen Medien sehr unterschiedlich. Es gibt nicht mehr nur eine Öffentlichkeit, sondern viele Öffentlichkeiten, die ganz verschieden angesprochen werden müssen«, erkennt Merkel das »Zielgruppenproblem«, das die Kollegen in der Werbe- und Medienbranche schon lange haben.
Sie wirft jungen Menschen vor, dass sie sich oft nur über das Internet und dort nur punktuell informieren. »Mit dieser Veränderung muss die Demokratie in Deutschland und in den anderen westlichen Ländern umgehen lernen« – Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung, und so erkennt sie auch, dass ein immer schnelleres Reagieren gefragt ist. Dazu braucht man übrigens auch schnelle Technik. Hat der Bundestag dazu ein Budget? µ
L’Inqs:
Die dpa über Merkels Web-Jammerei
Politiker und das Internet
Web-Thema Kinderporno-Diskussion und kein Ende

Kommentare
Weg mit Merkel!
Klingt für mich eher als würde sie beklagen, dass es schwerer wird die Öffentlichlkeit im eigenen Sinne zu manipulieren.
[...] is the original post: Merkel sieht Web als Problem für die Politik – The Inquirer DE Politik No Comments [...]
“Oh, da muss ich ja was neues lernen. Davon stand aber nix im Vertrag!”
Ich würde mal eher sagen, dass man der breiten Masse nicht mehr so leicht irgendeinen Nonsens verzapfen kann, da vieles leichter nachzuprüfen ist.
Also gut, dass es nicht mehr so leicht ist “Politik” zu machen. Oder das WWW komplett abschalten, damit wieder “vernünftige” Politik gemacht werden kann.
Hier beklagt sie doch nur, dass für die jüngeren Menschen (Internetgeneration) die gleichgeschaltete Mediemaschinerie nicht mehr greift.
Viele der regelmäßigen Internetnutzer lassen sich halt nicht mehr so einfach manipulieren wie z.B. Rentner die alle Informationen nur aus dem Ersten und der Tageszeitung beziehen.
Wo kämen wir denn auch hin wenn sich jeder auf unabhängigen Blogs informieren würde? Und dann noch dieses massige Angebot an Informationsquellen aus denen man sich gar eine eigene Meinung bilden könnte…..
Das klingt wirklich nach einem großen Problem für die Politik ^^
Na um was geht es da? Ja es wird immer schwieriger die Macht zu erhalten und zu festigen.
Also ich stimme Frau Merkel da vollkommen zu:
Es ist einfach nicht mehr so einfach das Volk zu belügen…
Schade, die Menschen informieren sich ja auf einmal bei mehreren unabhängigen Quellen, das macht es schon schwerer…
Nicht das Web ist das Problem, sondern sie !!!
Tja, die Frau kann eine schon leid tun oder nicht??
Naja die hat doch Probleme, dabei will Sie doch nur ihre Lügen als Wahrheiten verbreiten ;)
Ersetze “Internet” durch die “Öffentlichkeit” oder genauer die “Bundesbürger”, meinte sie wohl eigentlich…
@theinquirer.de bitte überschärft doch die arme Merkel nicht so doll in Photoshop
@TrickyHH: Ach, wir haben die “arme Merkel” nicht überschärft. Die kommt so 1:1 vom Bundestagsserver. Vielleicht wollte “Angie” so ihr Profil schärfen lassen, sie ist ja grade nicht so beliebt bei der Bevölkerung ;-)
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